Gemeinsam mit dem Filmpodium Zürich und der Cinémathèque suisse lädt eine umfangreiche Retrospektive dazu ein, den Meister des amerikanischen Independent-Kinos neu zu entdecken. Ein Werk, das wie kaum ein anderes vom Vergehen der Zeit, von Begegnungen und vom Älterwerden erzählt. Gleichzeitig wird Richard Linklater mit dem Career Achievement Award ausgezeichnet, den der amerikanische Regisseur persönlich in Zürich entgegennehmen wird.
RICHARD LINKLATER – Der Mann der die Zeit filmt
- Publiziert am 23. September 2026
Das Zurich Film Festival 2026 feiert den amerikanischen Regisseur mit einer grossen Retrospektive.
Richard Linklater persönlich in Zürich
Am 28. September 2026 nimmt Richard Linklater im Filmpodium Zürich persönlich den Career Achievement Award des ZFF entgegen. Im Rahmen eines öffentlichen ZFF Masters spricht er über seine Arbeit; anschliessend wird BEFORE SUNRISE gezeigt. Bereits am folgenden Abend, dem 29. September, kehrt Linklater ins Filmpodium zurück und spricht mit dem Filmemacher und ehemaligen Direktor des Österreichischen Filmmuseums Alexander Horwath über die Filme, die ihn geprägt haben.
Die Zeit als Hauptprotagonistin
Richard Linklater braucht keine spektakulären Wendungen, um grosse Geschichten zu erzählen. Oft genügen ihm Menschen, die reden, sich begegnen, sich verlieben oder auseinanderleben. Bereits SLACKER machte ihn Anfang der 1990er-Jahre zu einer aufstrebenden Stimme des amerikanischen Independent-Kinos, DAZED AND CONFUSED wurde zum Generationenporträt. In der BEFORE-Trilogie lässt er Ethan Hawke und Julie Delpy über beinahe zwei Jahrzehnte gemeinsam mit ihren Figuren älter werden. Für BOYHOOD ging Linklater noch einen Schritt weiter: Zwölf Jahre lang drehte er mit denselben Schauspieler:innen und machte damit die tatsächlich vergehende Zeit selbst zum filmischen Material.
Vom Zauber und Schmerz der Zeit
Dabei ist Linklaters Kino vielfältiger, als es das Etikett Independentfilm vermuten lässt. SCHOOL OF ROCK wurde zum Publikumserfolg, WAKING LIFE und A SCANNER DARKLY experimentieren mit Rotoskopie, BERNIE verbindet schwarzen Humor mit einer wahren Kriminalgeschichte. Die Zürcher Retrospektive unter dem Titel «Vom Zauber und Schmerz der Zeit» zeichnet diese Entwicklung mit 17 Arbeiten nach: vom frühen IT’S IMPOSSIBLE TO LEARN TO PLOW BY READING BOOKS und SLACKER über BEFORE SUNRISE, TAPE, SCHOOL OF ROCK und BOYHOOD bis zu APOLLO 10½, BLUE MOON und NOUVELLE VAGUE.
Das Kino, das Linklater geprägt hat
Die Hommage richtet den Blick nicht nur auf Linklaters eigene Filme. Unter dem Titel «Cinema Seen Through the Eyes of … Richard Linklater» hat der Regisseur Werke ausgewählt, die für sein Verständnis von Kino wichtig sind. Dazu gehören Klassiker wie SULLIVAN’S TRAVELS von Preston Sturges, DETOUR von Edgar G. Ulmer, LOS OLVIDADOS von Luis Buñuel, SOME CAME RUNNING von Vincente Minnelli, WANDA von Barbara Loden, L’ARGENT von Robert Bresson und LE RAYON VERT von Éric Rohmer. So wird die Retrospektive zugleich zu einer kleinen Filmgeschichte durch die Augen eines Regisseurs, der selbst seit Jahrzehnten Filmgeschichte schreibt.