Ein Techmilliardär will für den Weltuntergang vorsorgen und beauftragt einen Stararchitekten mit dem Bau eines luxuriösen Hochsicherheitsbunkers. Was zunächst wie ein aussergewöhnliches Projekt erscheint, entwickelt sich für die Ehe des Superreichen zur Zerreissprobe. Nach seiner Weltpremiere im Wettbewerb von Venedig kommt BUNKER nun ans Zurich Film Festival.
BUNKER – Die Apokalypse als Luxusprojekt
BUNKER | SYNOPSIS
Nach 17 Ehejahren gerät die Beziehung eines Architekten (Javier Bardem) und seiner Frau (Penélope Cruz) ins Wanken, als er einen lukrativen, zugleich aber moralisch höchst umstrittenen Auftrag annimmt. Für einen vermögenden Techmilliardär soll er einen luxuriösen Hochsicherheitsbunker entwerfen, der im Fall einer globalen Katastrophe als privater Zufluchtsort dienen soll. Während die Arbeit an dem Projekt voranschreitet, wachsen bei seiner Frau die Zweifel, ob sie die Werte ihres Mannes noch teilt. Zwischen ethischen Konflikten, Zukunftsängsten und schwindendem Vertrauen sind beide gezwungen, ihre Beziehung und ihre Überzeugungen neu zu hinterfragen.
Wer darf sich retten?
Die Idee wirkt wie Science-Fiction und ist doch längst Teil der Gegenwart. Vermögende Unternehmer investieren in abgeschottete Rückzugsorte, mit denen sie sich gegen politische Instabilität, Klimakatastrophen oder den Zusammenbruch gesellschaftlicher Strukturen absichern wollen. Florian Zeller interessiert dabei nicht primär der Bunker selbst als das Weltbild dahinter: Was bedeutet Solidarität noch, wenn Sicherheit käuflich wird? Dabei bleibt die moralische Frage nicht bequem auf den Techmilliardär beschränkt. Auch Miguel und Sofia führen ein privilegiertes Leben. Zeller richtet den Blick damit auf einen Widerspruch, der über die Welt der Superreichen hinausweist: Wie konsequent leben Menschen tatsächlich nach ihren Überzeugungen, wenn Wohlstand und persönliche Sicherheit auf dem Spiel stehen?
Cruz und Cardem als Ehepaar
Mit Penélope Cruz und Javier Bardem besetzt Zeller die beiden Hauptrollen mit einem Paar, das auch privat seit vielen Jahren zusammenlebt. Dadurch erhält die Geschichte einer Ehe, in der vermeintlich gemeinsame Werte plötzlich nicht mehr selbstverständlich sind, eine zusätzliche Ebene. BUNKER ist Zellers dritter Kinofilm als Regisseur nach THE FATHER und THE SON. Erneut macht der französische Autor und Filmemacher eine äussere Situation zum Ausgangspunkt für einen psychologischen Konflikt. Diesmal geht es nicht um Erinnerung oder Familie, sondern um eine Gegenwart, in der die Angst vor der Zukunft selbst zum Geschäft geworden ist.
