Wenn sich die Superreichen vor dem Untergang verbarrikadieren, gerät eine Ehe ins Wanken: Florian Zeller inszeniert Penélope Cruz und Javier Bardem in einem psychologischen Gesamtkunstwerk über Angst, Moral und den Preis der Sicherheit. Einer der meisterwarteten Filme im Wettbewerb der 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig.
BUNKER – Die Apokalypse als Luxusprojekt
BUNKER | SYNOPSIS
Nach 17 gemeinsamen Ehejahren gerät die Beziehung eines Architekten (Javier Bardem) und seiner Frau (Penélope Cruz) ins Wanken, als er einen lukrativen, zugleich aber moralisch höchst umstrittenen Auftrag annimmt. Für einen vermögenden Tech-Milliardär soll er einen luxuriösen Hochsicherheitsbunker entwerfen, der im Fall einer globalen Katastrophe als privater Zufluchtsort dienen soll. Während die Arbeit an dem Projekt voranschreitet, wächst bei seiner Frau der Zweifel daran, ob sie die Werte ihres Mannes noch teilt. Zwischen ethischen Konflikten, Zukunftsängsten und schwindendem Vertrauen werden beide gezwungen, ihre Beziehung und ihre Überzeugungen neu zu hinterfragen.
EIN EHEPAAR VOR UND HINTER DER KAMERA
Für die Hauptrollen konnte Florian Zeller Penélope Cruz und Javier Bardem gewinnen. Das auch privat verheiratete Paar steht erstmals seit TODOS LO SABEN von Asghar Farhadi aus dem Jahr 2018 wieder gemeinsam vor der Kamera. Zeller schrieb die Rollen gezielt für die beiden spanischen Stars. Ergänzt wird die hochkarätige Besetzung durch Paul Dano, Stephen Graham, Patrick Schwarzenegger, Eileen Atkins und Mark Gatiss.
BUNKER ist Zellers dritte Regiearbeit nach THE FATHER und THE SON. Für das Drehbuch zu THE FATHER wurde der französische Dramatiker gemeinsam mit Christopher Hampton mit einem Oscar ausgezeichnet; Anthony Hopkins erhielt für seine Darstellung eines an Demenz erkrankten Mannes ebenfalls den Oscar. Auch in seinem neuen Film scheint Zeller weniger an einer äusseren Katastrophe als an den psychologischen Rissen interessiert zu sein, die Angst und moralische Kompromisse innerhalb einer Familie verursachen.
WETTBEWERB IN VENEDIG
Gedreht wurde BUNKER in Madrid und London. Die französisch-spanische Produktion befindet sich inzwischen in der Postproduktion und wird im Wettbewerb der 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig ihre Weltpremiere feiern. Das Festival findet vom 2. bis 12. September 2026 statt. Der 126-minütige Film konkurriert dort um den Goldenen Löwen.
Mit seiner Verbindung aus Ehedrama, Gesellschaftskritik und psychologischem Thriller greift BUNKER ein höchst gegenwärtiges Phänomen auf: Während globale Krisen zunehmen, investieren einige der reichsten Menschen der Welt in private Schutzräume. Florian Zeller macht daraus jedoch offenbar kein spektakuläres Weltuntergangskino, sondern eine moralische Versuchsanordnung. Nicht die Frage, ob die Katastrophe kommt, steht im Zentrum – sondern was die Angst vor ihr bereits heute mit den Menschen macht.