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Sennentuntschi

Eine intelligente Gruselgeschichte, die durch ihre gekonnte filmische Inszenierung besticht.

«Sennentuntschi» vereint eine mysteriöse Sagengestalt der Schweizer Bergler mit einem realen Menschen, einer weiblichen Opferfigur – und ist als solches spannender Erzählstoff. Ein Film des Schweizer Regisseurs Michael Steiner, zuweilen etwas plakativ inszeniert aber trotzdem extrem spannend.

Synopsis: Eines Morgens findet die kleine Berggemeinde ihren Dorfmessdiener am Strick im Glockenturm baumeln. Gleichzeitig taucht ein wildes, schönes Mädchen (Roxane Mesquida) auf, das nicht spricht und allen unheimlich ist. Der Dorfpolizist (Nicholas Ofczarek) nimmt sie unter seine Fittiche und sucht nach ihrer Identität. Der Pfarrer (Ueli Jäggi) trachtet der Kleinen nach dem Leben und nennt sie einen Dämon. Eine Rückblende berichtet über die Flucht des Mädchens und ihre unheilvolle Zusammenkunft mit dem Bergler Erwin (Andrea Zogg) und seinem Sohn Albert (Joel Basman), sowie dem städtischen Hilfsarbeiter Martin (Carlos Leal). Aberglaube und reale Greueltaten vermischen sich zu einem undurchsichtigen Ganzen, das den Polizisten in den Wahnsinn treibt. Stars: Sennentuntschi bringt Jungtalente wie Roxane Mesquida («Kaboom» 2010) und Joel Basman («Dürä..! » 2010) neben bekannteren Gesichtern wie Carlos Leal («Snow White» 2005) gross raus. Regie & Crew: Der Schweizer Regisseur Michael Steiner («Grounding» 2006) ist bekannt für seine Vorliebe für brisante Themen und seine gekonnte filmische Umsetzung. Auch in diesem Gruselmärchen in den Schweizer Alpen bleibt er seinem Ruf in diesem Sinne treu.

arttv-Wertung: Das Sennentuntschi ist bekannt als eine Sagengestalt der Bergler: Diese basteln sich eine Frau aus Stroh, die durch einen Zauberspruch zum Leben erweckt wird, sich aber nach dem Missbrauch durch die Männer an ihnen rächt und sie tötet, ihnen die Haut abzieht und sie als Puppen ausstopft. Diese Erzählung wird aufgenommen und mit einer wahren weiblichen Opferfigur, einem gefangengehaltenen Zigeunermädchen, verbunden. Das Interessante ist, dass der Zuschauer mit der Zeit selbst nicht mehr weiss, was er nun glauben soll: die Opfergeschichte oder den Aberglauben. Der Film stellt die Frage, inwiefern unsere Wahrnehmung und Urteilskraft von vorgefassten Ideen, dem Glauben, beeinflusst ist. Denn Ideenwelt und reale Welt verändern einander gegenseitig, weil sie in unmittelbarer Verbindung stehen. Auch wenn «Sennentuntschi» teilweise etwas plakativ inszeniert ist, so gelingt es dem Film bestens, diese Frage aufzuwerfen und den Zuschauer auf attraktive Art zu verwirren. Fazit: «Sennentuntschi» ist eine intelligente Gruselgeschichte, die durch ihre gekonnte filmische Inszenierung besticht.

Isabel Rohr

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