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99 Moons

Eine Liebesgeschichte in sechs Kapiteln, leider ziemlich unausgereift

Jan Gassmann erzählt eine Beziehungsgeschichte zwischen zwei Menschen, die auch zwei Welten verkörpern. Auf der einen Seite ist Bigna, eine eigenbrötlerische Forscherin, die sich mit den Auswirkungen seismischer Bewegungen auf die Tierwelt befasst. Auf der anderen Seite steht Frank, Organisator von Silent Parties, der Drogen nimmt und von einer Party zur nächsten und von einem leichten Mädchen zum nächsten geht.

Jan Gassmann (*1983, Zürich) studierte Dokumentarfilmregie und Fernsehpublizistik an der HFF (Hochschule für Fernsehen und Film) München. Sein erster Dokumentarfilm «Chrigu» wurde 2007 auf der Berlinale uraufgeführt, gefolgt von seinen preisgekrönten «Off Beat» (2011, Berlinale Panorama), «Karma Shadub» (2013, Grand Prix de Nyon), «Heimatland» (2015, Wettbewerb Locarno) und «Europe, She Loves» (2016, Berlinale Panorama, nominiert für den Europäischen Filmpreis). Sein neuster Film «99 Moons» feierte in Cannes Weltpremiere.

99 Moons | Synopsis

Die grosse Liebe. Die Art, die dich wie ein Blitz trifft, dich stolpern lässt, dich in sich aufsaugt und dich dann mit derselben Gewalt zurückweist. Bigna forscht an Tsunamis und steht davor, eine neue Stelle in Chile anzutreten. Der 29-Jährigen stehen Zahlen näher als Menschen, sexuelle Erfüllung findet sie in anonymen Rollenspielen. Ihre Regel ist: einmal und nie wieder. Doch das Treffen mit dem 33-jährigen Frank verläuft nicht nach Plan, er berührt etwas in ihr. Schnell versucht Bigna, ihn loszuwerden. Kontrolle bedeutet ihr alles. Sechs Monate später. Bigna und Frank finden sich in einer überbordenden Affäre wieder. Kurz vor ihrem Abflug gestehen sie sich ihre Liebe. Bigna beschliesst, zu bleiben, und die beiden werden ein Paar. Sehenden Auges stürzen sie sich gemeinsam in nächtliche Ekstasen – dabei entfernen sie sich immer mehr voneinander und verletzen sich gegenseitig. Nach einer ausufernden Nacht flieht Bigna Hals über Kopf nach Chile, wo sie einen älteren Kollegen heiratet. Frank bleibt zurück und versucht mit seinem Schmerz klarzukommen. Zweieinhalb Jahre später. Beide haben versucht, neu anzufangen, aber die Sucht nach dem andern verfolgt sie Tag für Tag. Und so treffen sie sich wieder. Und wieder. Kann man sich gleichzeitig lieben und hassen?

99 Moons | arttv Kurzkritik

Jan Gassmann will das Schweizer Kino von seiner Biederkeit befreien. Ein gutes und notweniges Anliegen. Nur das gelingt ihm trotz üppigen Sexszenen leider mit seinem neuen Film nicht wirklich. Im Gegenteil, gerade den Sexszenen haftet etwas Langweiliges, Bemühendes an. Viel zu viel will Gassmann in einem einzigen Film abhandeln. Zu viel Effekthascherei aber zu wenig Glaubwürdigkeit. Die Hauptdarstellerin sagt es treffend: Irgendwie fühlt sich das alles irgendwie nicht so ganz richtig an.

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