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Portrait | Sabine Schaschl

Sabine Schaschl pflegt als neue Direktorin des Haus Konstruktiv den Minimalismus und lässt den Werken genügend Entfaltungsraum. Auf einen erlebnisreichen Ausstellungsgenuss kann man sich freuen.

Neue Direktorin
Elf Jahre lang leitete die Österreicherin das Kunsthaus Baselland. Unter ihrer Führung wurde das Haus an der Birs, direkt hinter dem St.-Jakob-Park, zu einem der führenden Kunsthäuser der Region. Schaschl verstand es, auch mit reduzierten finanziellen Mitteln, Ausstellungen zu kuratieren, die weit über die Region hinaus Aufsehen erregten. Mit dem Haus Konstruktiv übernimmt Schaschl eines der bekanntesten Ausstellungshäuser der Limmatstadt. Mit seinem Akzent auf konstruktive und konkrete sowie Konzeptkunst hat es das Museum allerdings schwererer als andere Häuser, ein breites Publikum zu erreichen. Schaschl dürfte mit ihren Ideen und Konzepten genau die richtige Person sein, das zu ändern.

Drei Fragen an Sabine Schaschl

Nun führt Sie Ihr Weg nach Zürich, ins Haus Konstruktiv, das nur ein Player unter vielen ist. Sind Sie gespannt, wie das funktioniert?

Ich bin sehr gespannt. Das Haus Konstruktiv ist ein wichtiger Player. Für mich verkörpert es ein zukünftiges Modell von Kunstinstitution überhaupt: eine Institution, wo Zeitgenössisches mit Kunstgeschichte verbunden wird. Man hat das historische Erbe der Moderne mit der konkreten, konstruktiven und – ganz wichtig – der konzeptuellen Kunst. Vor allem letztere bildet die Brücke für zeitgenössische Ausstellungen. Es ist also nicht nur Museum oder nur Kunsthalle, sondern beides. Es wird darum gehen, beides geschickt miteinander zu verbinden.

Sie haben dem Kunsthaus Baselland ein Profil gegeben, machten Ausstellungen, in denen Ihr eigener Geschmack wichtig war. Dazu gehörte viel sinnliche Kunst, die man nicht unbedingt mit der Strenge der konkreten Kunst verbindet. Wird das nun zur Herausforderung?

Definitiv. Es ist aber auch eine Rückkehr zu den Wurzeln, zum Kunstgeschichtsstudium und zu meinen Anfängen im Museum. Ich habe das historische Arbeiten oft vermisst. Manche meiner Ausstellungen hätte man auch durchaus im Haus Konstruktiv zeigen können, und nicht zuletzt konnten auch einige der Künstler, welche ich schon sehr früh gezeigt habe, später im Haus Konstruktiv ausstellen – wie kürzlich Kilian Rüthemann.

Haben Sie schon konkrete Projekte fürs neue Haus?

Ich hatte schnell ganz viele Ideen. Aber noch ist nicht der Zeitpunkt, sie zu nennen, sie müssen erst fixiert werden. Ich übernehme anderthalb Jahre Programm, wobei ich dort und da ergänzend ins bestehende Programm hineinarbeiten werde.
(Interview: Karen N. Gerig, Tages Woche, 18.04.2013)

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