Découvrez l’interview complète de Guillaume Canet, réalisateur de KARMA, un de nos films coups de cœur du festival de Cannes cette année. Thriller noir et fascinant qui fait la part belle aux acteurs, Marion Cotillard en tête.
Guillaume Canet | KARMA
- Publiziert am 17. Juni 2026
KARMA | SYNOPSIS
In einem Dorf im Norden Spaniens versucht Jeanne, gemeinsam mit Daniel ein neues Leben aufzubauen. Daniel weiss nichts von ihrer belasteten Vergangenheit. Eines Tages verschwindet Mateo, Jeannes sechsjähriger Patenjunge, auf mysteriöse Weise. Als die Polizei Jeanne rasch verdächtigt, flieht sie nach Frankreich in jene Gemeinschaft, in der sie aufgewachsen ist und die sie einige Jahre zuvor verlassen hatte. Daniel glaubt nicht an die Schuld der Frau, die er liebt, und setzt alles daran, sie vor der Polizei zu finden.
Filmographie Guillaume Canet
2002 : MON IDOLE
2006 : NE LE DIS À PERSONNE
2010 : LES PETITS MOUCHOIRS
2013 : BLOOD TIES
2016 : ROCK'N ROLL
2019 : NOUS FINIRONS ENSEMBLE
2021 : LUI
2023 : ASTERIX ET OBELIX : L'EMPIRE DU MILIEU
2026 : KARMA
Interview Guillaume Canet
Von Ondine Perier
Können Sie Ihren Film KARMA in wenigen Sätzen beschreiben?
Es ist die Geschichte einer Frau, die seit sechs Jahren mit ihrem Partner Daniel in Spanien lebt. Man merkt schnell, dass es ihr schwerfällt zu lieben und geliebt zu werden. Sie trägt tiefe Verletzungen in sich und hat ein schwieriges Verhältnis zum Alkohol. Daniel hingegen ist ein sehr sanfter Mensch, der sie stark unterstützt. Gleichzeitig spürt man, dass es dunkle Kapitel in ihrer Vergangenheit gibt – Traumata und Geheimnisse. Eines Tages verschwindet ihr Patenjunge am Ufer eines Flusses. Sofort gerät sie unter Verdacht und flieht noch in derselben Nacht. Später finden wir sie in Frankreich wieder, vor jener Gemeinschaft, in der sie aufgewachsen ist. Daniel, der von ihrer Unschuld überzeugt ist, setzt alles daran, sie wiederzufinden.
Was hat Sie dazu bewegt, diese Geschichte zu erzählen – die Liebesgeschichte oder der Thriller rund um ein sektenähnliches Milieu?
Am Anfang wollte ich vor allem einen Film für Marion schreiben. Ich bin ein grosser Bewunderer von Alfred Hitchcockund mochte die Idee, rund um das Leben einer Frau ein Geheimnis aufzubauen, wie in einigen seiner Filme. Später begegnete ich einem Mann, dem die Flucht aus einer Sekte gelungen war. Er erzählte mir unglaubliche Geschichten. Dadurch entstand die Idee, diese Vergangenheit mit meiner Figur zu verknüpfen. Ich begann zahlreiche Dokumentationen über Sekten und Gemeinschaften zu schauen, traf weitere Aussteiger:innen und betrieb eine Art journalistische Recherche.
Der Film blickt sehr kritisch auf die Gefahren sektenähnlicher Gemeinschaften.
Ich kann nicht behaupten, alle Gemeinschaften beurteilen zu können, weil ich nicht alle individuellen Erfahrungen kenne. Aber in Berichten und Zeugenaussagen tauchen immer wieder sehr harte Schicksale auf.
Warum spielt ein Teil der Geschichte in Spanien?
Der Mann, den ich getroffen hatte, war nach seiner Flucht aus der Sekte von Frankreich nach Portugal gegangen. Ich fand die Vorstellung spannend, dass auch meine Figur eine Grenze überschreitet, um ein neues Leben zu beginnen. Letztlich habe ich mich für Katalonien im Norden Spaniens entschieden, damit sie geografisch in der Nähe Frankreichs bleibt.
Die Besetzung ist beeindruckend und der Film sehr dicht erzählt. Mussten Sie viel Material streichen?
Ja, sehr viel. Es ist immer schwierig zu entscheiden, wann ein Film enden soll. Wir haben aber Testvorführungen organisiert, um die Reaktionen des Publikums zu beobachten. Es interessiert mich zu sehen, wie Zuschauer:innen einen Film erleben.
Eines der zentralen Themen scheint die Familie zu sein – stärker als jede Ideologie.
Ja, absolut. In sektenartigen Systemen gibt es oft den Versuch, familiäre Bindungen zu zerstören. Für mich sind diese Bindungen jedoch grundlegend und lassen sich niemals vollständig auslöschen.
Das Ende des Films ist besonders bewegend.
Das freut mich sehr.
Sind Sie dennoch enttäuscht, nicht im Wettbewerb von Cannes vertreten gewesen zu sein?
Die Auswahl treffe nicht ich. Aber allein in Cannes zu sein, ist bereits eine grossartige Bühne für den Film. Es ist eine enorme Sichtbarkeit.
Ihr 14-jähriger Sohn spielt ebenfalls in KARMA mit. Es scheint das Kino fasziniert auch ihn?
Ja, schon seit längerer Zeit. Er ist mit uns auf Filmsets aufgewachsen – er ist ja auch der Sohn von Marion Cotillard – deshalb ist das für ihn ganz natürlich. Bereits in meinem Netflix-Film AD VITAM hatte er eine Rolle, und nun spielt er auch in KARMA mit. Deshalb ist er mit uns über den roten Teppich gegangen. Ich sehe, wie leidenschaftlich er sich für das Kino interessiert. Es wäre schwierig, ihm etwas zu verbieten, das mich selbst so sehr begeistert. Trotzdem habe ich ihm geraten, zuerst seine Ausbildung abzuschliessen.
Drei Worte, die Lust auf KARMA machen?
Die Liebe.
Das Karma.
Und vor allem:
«Das Leben kümmert sich darum.»
Vielen Dank für das Gespräch