Gemeinsam mit dem Genuss Film Festival Zug (GFF) entsteht ein neues Veranstaltungsformat, das Film und Spitzengastronomie miteinander verbindet. Vom 30. September bis 2. Oktober 2026 treffen ausgewählte Genussfilme auf exklusive Menüs renommierter Köch:innen aus Andermatt. Mit dabei sind unter anderem André Kaiser, Dominik Sato, Fabio Toffolon und Valentin Sträuli, die zu den bekanntesten Vertretern der Schweizer Spitzengastronomie zählen. Das neue Format verspricht Genuss für alle Sinne – wirft aber auch die Frage auf, ob sich das Kino heute offenbar selbst an einem Filmfestival nicht mehr selbst genügt.
Wenn Kino allein nicht mehr genügt
- Publiziert am 3. Juni 2026
Zwischen Leinwand und Teller
Der Ablauf ist ebenso einfach wie verlockend: Zunächst wird ein Film gezeigt, anschliessend geht es in den Papiersaal, wo ein Vier-Gang-Menü, Gespräche mit den Köch:innen und persönliche Begegnungen auf die Gäste warten. Film, Kulinarik und Austausch verschmelzen zu einem kuratierten Gesamterlebnis. Das passt in eine Zeit, in der Kulturveranstaltungen zunehmend mehrere Bedürfnisse gleichzeitig bedienen sollen: Unterhaltung, Begegnung, Inspiration und Genuss.
Ein Zeichen der Zeit
Dass das Zurich Film Festival mit diesem Format neue Wege geht, ist nachvollziehbar. Gleichzeitig lässt sich darin auch ein kulturpolitisches Signal erkennen. Offenbar reicht der Film allein immer seltener aus, um Menschen ins Kino zu locken. Wo früher die Leinwand das Ereignis war, braucht es heute häufig zusätzliche Angebote, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Das ist keine Kritik an «ZFF Genuss Film» – im Gegenteil: Das Konzept klingt reizvoll und hochwertig. Dennoch bleibt ein leiser Zweifel zurück. Wenn sich Kino und Kulinarik gegenseitig aufwerten müssen, sagt das vielleicht ebenso viel über den Zustand der Filmkultur aus wie über die Kreativität ihrer Veranstalter:innen. Die Fragen dürfte spannend werden, ob am Ende die Filme oder die Menüs die Hauptrolle spielen.