Im Sommer 2026 bringt das See-Burgtheater mit «Die Legende von Anne Bonny» eine actionreiche Piratengeschichte auf die Kreuzlinger Seebühne. Das Stück von Rahel Wohlgensinger und Simon Engeli erzählt die Geschichte der wohl berühmtesten Piratin ihrer Zeit zwischen Fakten und Fiktion neu. Livemusik, Luftakrobatik, Kampfchoreografien und Puppenspiel verwandeln das Freilichttheater in ein abenteuerliches Spektakel.
Volle Fahrt voraus mit Anne Bonny
- Publiziert am 18. Mai 2026
Die Legende von Anne Bonny
Anne Bonny wächst im frühen 18. Jahrhunderts auf – eigensinnig, rebellisch und fest entschlossen, sich nicht den engen Regeln ihrer Zeit zu beugen. Sie bricht mit ihrem bisherigen Leben und heiratet den Piraten James Bonny. Doch die Ehe ist nur von kurzer Dauer. An der Seite von «Calico Jack» Rackham und Mary Read wird sie Teil einer berüchtigten Piratencrew und segelt auf der Suche nach Freiheit über die Meere. Doch das Abenteuer findet ein jähes Ende: Als ihr Schiff von der britischen Marine gestellt wird, stehen Bonny und Read den Angreifern mutig gegenüber. Es folgt ein aufsehenerregender Prozess und das Schicksal der beiden Frauen scheint besiegelt.
Regie: Simon Engeli
Produktionsleitung: Spina, Wohlgensinger, Engeli
Skript: Engeli, Wohlgensinger
Bühne: Damian Hitz
Choreografen: Sven Reiner – Fecht-Training und Kampfszenen; Tamara Kaufmann – Luftakrobatik, Bewegungschoreografie
Kostüme: Joachim Steiner
Licht, Ton: Marco Scandola
Lichtdesign: Christian Bühlmann
Maske: María Sala
Regieassistenz: Achim Wehrle
Abendspielleitung: Peter Link
Öffentlichkeitsarbeit: PR2 GmbH
Grafik: nuber communication GmbH
Fotos: Mario Gaccioli
Administration: Anja Mosima, Zähner Treuhand AG
Produktion: Verein See-Burgtheater
Die Legende lebt weiter
«Die Legende von Anne Bonny» beginnt lange bevor die berühmte Piratin ein Schiff betritt. Das See-Burgtheater begleitet sie als ungestümes Kind, als junge Frau und als Figur, deren Geschichte über Generationen hinweg weitergetragen wird. Entlang dieser Zeitachse entfaltet sich am Kreuzlinger Bodenseeufer ein Theaterabend, an dem packendes Schauspiel, Erzählkunst, mitreissende Livemusik, Luftakrobatik, Kampfkunst und Puppenspiel zu einem stimmigen Ganzen verschmelzen. So entsteht keine historische Nacherzählung, sondern eine ganz eigene Annäherung an die populäre Freibeuterin.
Anspruchsvolle Inszenierung am Bodenseeufer
Sabina Deutsch trägt die Geschichte als Erzählerin durch den Abend. Sie schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und macht deutlich, dass Legenden nie abgeschlossen sind. Genau darin liegt ihre Faszination: Sie verändern sich mit jeder Generation – und bleiben gerade deshalb lebendig. Dass diese Legende nun im See-Burgtheater weitererzählt wird, ist das Ergebnis eines kreativen Prozesses, der mit der Entwicklung der Theaterfassung durch Simon Engeli und Rahel Wohlgensinger begann und in enger Zusammenarbeit mit dem Ensemble Schritt für Schritt gewachsen ist. Sechs intensive Probenwochen lang wurde ausprobiert, gefeilt und weiterentwickelt bis die kraftvolle Open-Air-Inszenierung entstanden ist, die gestern Premiere feierte.
Die lustige Pavian-Dame Rose
Dieses Zusammenspiel prägt die gesamte Inszenierung. Mal treiben Geige, Schwyzerörgeli, Gitarre und Schlagzeug – unter der musikalischen Leitung von Eva Wey – die Handlung voran, mal erzählen Fechtkämpfe oder Luftakrobatik das weiter, was Worte allein nicht ausdrücken können. Rahel Wohlgensingers Pavian Rose sorgt mit trockenem Humor immer wieder für unerwartete Wendungen. Zur Vielschichtigkeit der Inszenierung gehören zudem Bühnenbild und Kostüme als weitere künstlerische Ausdrucksformen: Damian Hitz schafft mit dem Schiffswrack am Bodenseeufer einen aussergewöhnlichen Spielort, der von der Uferböschung übers Deck bis in den Ausguck reicht und den See zum natürlichen Horizont der Geschichte macht. Joachim Steiners Kostüme zeichnen die Figuren mit Form, Farbe und charakteristischen Details. Sie erzählen von Rollenbildern, Aufbruch und Veränderung – noch bevor das erste Wort gesprochen ist.

