Molières «Tartuffe» gilt als Klassiker der dramatischen Weltliteratur, im Zentrum steht der scheinheilige Tartuffe, der eine Familie in blinde Abhängigkeit und moralische Verwirrung stürzt. Die Compagnia Za-Zà interpretiert das Stück als dynamisches Bewegungstheater im Geist der Commedia dell’arte und reist mit ihrer Wanderbühne durch die Schweiz. Dabei verbindet sie Tradition mit frischen, zeitgenössischen Elementen und setzt auf Slapstick, Musik, Akrobatik sowie poetische und traumhafte Momente. Darüber hinaus erscheint Molières Hauptfigur in einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen als zeitloses Beispiel für Manipulation und Heuchelei.
«Tartuffe» – Molières Klassiker der Täuschung
- Publiziert am 22. Juni 2026
Die Compagnia Za-Zà bringt Molières Komödie im zweiten Jahr auf Schweizer Tournee und bespielt mit ihrer mobilen Bühne 13 Spielorte.
Über das Stück
Tartuffe hat sich in das Haus des wohlhabenden Orgon eingeschlichen und bringt dessen Welt ins Wanken. Während die Familie misstrauisch reagiert und Widerstand leistet, verliert sich Orgon in blinder Verehrung für ihn und will ihm Tochter und Vermögen anvertrauen. Erst ein von Orgons Frau Elmire inszenierter Moment der Entlarvung lässt die Wahrheit sichtbar werden – doch möglicherweise zu spät. Molières Komödie sorgte bereits bei der Uraufführung 1664 im Schloss des Sonnenkönigs für einen Skandal und wurde wegen ihrer scharfen Kritik an religiösem Heucheltum zeitweise verboten. Bis heute gilt sie als abgründige Komödie voller Situationskomik und Sprengkraft, die in immer neuen Lesarten weiterwirkt. Die Figur des Tartuffe – ursprünglich eine Charakterbezeichnung und zum Inbegriff des Heuchlers geworden – nutzt menschliche Verführbarkeit mit grosser Raffinesse und entfaltet eine Dynamik von Täuschung und Selbsttäuschung, die sich im Haus Orgons zuspitzt.

