1985 als freie Theatergruppe gegründet, hat sich das momoll theater zu einem etablierten Kompetenzzentrum für Theaterschaffende in der Ostschweiz entwickelt. Gegründet von Absolvent:innen der Schauspielakademie Zürich (ZHdK), wirkt es heute regional vernetzt an mehreren Orten und vereint Produktion, Kurse, Theaterpädagogik und Beratung. Zum 40-jährigen Jubiläum stattet arttv.ch der aktuellen Theaterproduktion «Jeanne oder die Lerche» in Wil einen Besuch ab.
40 Jahre momoll – Theater für Generationen
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40 Jahre momoll
Seit den ersten Freilichtproduktionen in den 1980er-Jahren hat momoll sein Schaffen kontinuierlich erweitert und professionalisiert. Bereits früh wurden ambitionierte Stoffe für ein junges Ensemble und ein junges Publikum erarbeitet – begonnen 1986 mit «Warten auf Godot». In den 1990ern folgten Tourneen, Uraufführungen und erste Jugendprojekte, später feste Angebote in der Theaterpädagogik und Ausbildung. Das momoll theater ist ein Netzwerk professioneller Theaterschaffenden, die – vorwiegend in der Ostschweiz – verschiedene theatrale Angebote zum Anschauen und zum Mitmachen realisieren. Einen zentralen Bestandteil bildet die Nachwuchsarbeit: In der Werkstatt für Jugendliche von 12 bis 16 Jahren wird über mehrere Monate hinweg unter professioneller Leitung improvisiert, gespielt und gemeinsam ein Stück entwickelt, das zur Aufführung kommt. Ergänzt wird dies durch Intensivproben und die Teilnahme an Jugendtheatertreffen wie «Rampenfieber Ost». In 40 Jahren Theaterschaffen hat momoll so Generationen junger Menschen an die Bühnenkunst herangeführt und die regionale Theaterszene nachhaltig geprägt.
Über das Stück
Das Drama «Jeanne oder die Lerche» des französischen Autors und Dramatikers Jean Anouilh aus dem Jahr 1953 schildert die letzten Stunden der jungen Jeanne d’Arc. Sie steht 1431 vor Gericht und blickt auf ihr aussergewöhnliches Leben zurück: Als einfache Bauerntochter folgt sie ihrer inneren Stimme, führt Frankreich zum Sieg und wird schliesslich von kirchlichen und politischen Mächten verurteilt. Das Stück zeigt dabei weniger eine Heilige als vielmehr eine junge Frau, die unbeirrbar zu sich selbst steht.
