Mit «Spind’l … Sp’ich’r — Still‘» widmet sich das Chössi-Theater einem düsteren Kapitel der Toggenburger Geschichte. Im Mittelpunkt stehen junge Frauen, die in den 1950er- und 1960er-Jahren in einer Textilfabrik in Dietfurt arbeiten mussten. Das Stück erzählt von Ausbeutung, Kontrolle und unterdrückten Stimmen – und davon, wie sich die Betroffenen nach Freiheit und Liebe sehnten.
Frauenschicksale auf der Chössi-Bühne
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Die «gefallenen Mädchen»
Die Handlung führt in eine Textilfabrik im Toggenburg. Dort arbeiten sogenannte «gefallene Mädchen» unter strenger Aufsicht an den Maschinen. Hinter dem Versprechen von Fürsorge und Schutz verbirgt sich ein System aus Kontrolle, Überwachung und Schweigen. Das Stück beleuchtet unterschiedliche Perspektiven: jene des Dorfes, der Heimleitung und der Fabrikdirektion – vor allem aber jene der jungen Frauen selbst. Ihre Gedanken, Wünsche und Ängste stehen im Zentrum der Inszenierung. Zwischen Fabriklärm und gesellschaftlichem Druck träumen sie von einem anderen Leben. «Spind’l … Sp’ich’r — Still‘» gibt den Frauen eine Stimme zurück, die lange ungehört blieb.
