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Kunsthalle Luzern | Sechsunddreissigminus

Jung, inspirierend, innovativ, mutig, avantgardistisch, professionell ausgebildet und im konkurrenzreichen Haifischbecken der Gegenwartskunst schwimmend. Das sind die Attribute der Künstlerinnen und Künstler, die in der Kunsthalle Luzern ausstellen. Eine Art Frühlingserwachen!

Kurator mit Leidenschaft
Kurator Michael Sutter engagiert sich für junge künstlerische Positionen und setzt mit viel Engagement das um, was man von einer Kunsthalle erwartet. Er gibt in der Kunsthalle Luzern jungen, aber gleichzeitig auch hoffnungsvollen und professionellen Kunstschaffenden eine Plattform. Dabei nimmt Sutter zuweilen auch den «Supergau» in Kauf, kombiniert er doch sehr frech, mutig und energiegeladen. Denn für ihn ist der Prozess des Aufbaus mit den persönlichen Begegnungen der Künstlerinnen und Künstler genau so wichtig wie die Ausstellung selber. Die Gruppenausstellung «Sechsunddreissigminus» vereint vor allem malerische und skulpturale Arbeiten, die aus einer zeitgenössischen Ästhetik heraus das individuelle Empfinden als junger Künstler in der heutigen Gesellschaft widerspiegeln. Es handelt sich mehrheitlich um von Sutter ausgesuchte Arbeiten, die in den letzten zwei Jahren entstanden sind und entweder in unabhängigen, nicht institutionellen Kunsträumen ausgestellt wurden oder bisher in den Ateliers der Kunstschaffenden geschlummert haben. Sutter schaut dabei über den Tellerrand einer Region hinaus und baut Brücken in die Romandie. So sind denn auch auffallend viele Positionen aus der französischen Schweiz in der aktuellen Ausstellung vertreten.

Die Künstler – Diversität und Individualität
Im Hauptraum der Kunsthalle Luzern treffen die grossformatigen Malereien von Dimitra Charamandas (*1988) auf die Beton-Armierungseisen-Skulpturen von Grégory Sugnaux (*1989). Die filigranen Keramikabgüsse von Maude Schneider (*1980) fügen sich ebenso in die gesamte Ausstellungsszenerie ein wie die pastellfarbenen Giesskeramikformen von Laurina Fässler (*1987). Somit treffen kleine Materialexperimente auf elaboriertes Kunsthandwerk mit seriellem Charakter. Sebastian Utzni (*1981) tüftelt mit seiner konzeptuellen Malerei an der Zusammensetzung hochkarätiger, kanonisierter Werke aus der Kunstgeschichte und bringt diese in einer minimalistischen Farbsetzung wiederum auf die Leinwand. Die Bernerin Tanja Laeri (*1984) kombiniert auf ironische Weise Malerei und Objekte, während Sarina Walter (*1988) die Grenze zwischen wissenschaftlicher Illustration und verschiedenen Druckverfahren verschwinden lässt. Die Luzernerin Irene Bisang (*1981) gibt zudem einen gewagten Einblick in ihre aktuelle künstlerische Tätigkeit zwischen fiktiver Illustration und Malerei, die mal irritierend, mal ironisch, mal verstörend wirken. Im Kabinett der Kunsthalle Luzern adaptiert das Künstlerduo Flurina Badel (*1983) & Jérémie Sarbach (*1991) eine bestehende Arbeit und passt sie an die Raumverhältnisse an. An der Eröffnung bot Laura Lazura (*1985) eine Live-Performance, in dem sie sich mit ihrem Alter Ego «Jaguar on the Moon» zwischen den Sphären der Realität und Fiktion mit Tanz und Musik hin und her bewegte.

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