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Kunstraum Kreuzlingen | Meinrad Schade und Boris Petrovsky

Hier die etwas andere «Kriegsfotografie», dort eine aberwitzige Maschine, die den Menschen überflüssig macht: Der Kunstraum Kreuzlingen lädt dazu ein, zwei unterschiedliche Künstler parallel zu entdecken.

Krieg unspektakulär
Der Fotograf Meinrad Schade zeigt die Schrecken und die Faszination des Krieges in ihrer Mehrdeutigkeit. So porträtiert er etwa Menschen in Kasachstan, die Jahrzehnte nach Ende der sowjetischen Atomtests noch unter den Folgen leiden – und dokumentiert, wie die Bevölkerung in Ex-Sowjet-Staaten das Kriegsende als Sieg feiert. Bilder aus Frankreich und England, von Waffenshows und –messen, illustrieren dabei, dass die merkwürdige Lust am Krieg uns gar nicht so fern ist. Er sei gewissermassen ein Kriegsfotograf, ohne in den Krieg zu gehen, sagt Meinrad Schade. Was ist, wenn ein Krieg vorbei ist, fragt er sich im Rahmen seines noch andauernden fotografischen Langzeitprojekts. Den Hotspots bleibt er fern, ist also: abwesend. Vielleicht ein Zufall, dass das Stichwort gerade an eine Installation erinnert, die derzeit parallel zu Schades Fotografien im Kunstraum Kreuzlingen ausgestellt ist: «Abwesenheitsassistenz» nennt Boris Petrovsky sein Werk.

Im technisierten Inferno
Petrovskys Installation erweist sich als ein hochgradig paradoxes, beziehungsweise «unentschiedenes» Objekt, wie der Künstler selbst erklärt. Messestand, Prüfanlage für Motoren oder Verkaufspräsentation für Nahrungsergänzungsmittel? Enie Serie von Motoren ist auf einem tellerartigen Brett montiert. Dieses ruht auf einer Feder, wie sie gemeinhin auf Kinderspielplätzen zum Einsatz kommen. Das Objekt entzieht sich einer schnellen, zweifelsfreien Interpretation.

Interferenzen
Mit dem Konzept der Doppelausstellung lädt Kurator Richard Tisserand jeweils dazu ein, Werke verschiedener Künstler aufeinander wirken zu lassen. Er spricht von sogenannten «Interferenzen», die es zu entdecken gelte.

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