Das 1832 uraufgeführte Werk begeistert bis heute mit einer Mischung aus Leidenschaft, Poesie und Heiterkeit und legt dabei augenzwinkernd offen, was bis heute einzig als Rezept für die wahre Liebe zählt: Mut, zu seinen Gefühlen zu stehen. Für die Inszenierung kehrt mit Lucía Astigarraga eine erfahrene Regisseurin ans Haus zurück, die bereits 2024 mit «La Bohème» das Luzerner Publikum überzeugte.
«L’elisir d’amore» – Mittel und Wege zur Liebe
Ein Liebestrank, ein schüchterner Held und grosse Gefühle: Am Luzerner Theater inszeniert Lucía Astigarraga Gaetano Donizettis Opera buffa neu.
Donizettis liebestrunkener Held
Der schüchterne Nemorino hat sich in die attraktive, scheinbar unerreichbare Adina verliebt, die jedoch auch vom draufgängerischen Offizier Belcore umworben wird. Rettung verspricht der Quacksalber Dulcamara: Dieser hat nämlich «Liebestränke» parat, die wirken sollen wie bei «Tristan und Isolde». Und tatsächlich: Nemorino fasst neuen Mut und riskiert sogar sein Leben, um Adinas Herz zu gewinnen. Eine unerwartete Erbschaft tut ihr Übriges und so ist selbst Dulcamara erstaunt, welche Energie und Verwandlungskunst sein Betrug freisetzt.
Opernklassiker mit Witz und Gefühl
«L’elisir d’amore» gehört zu den beliebtesten komischen Opern überhaupt – und das nicht nur wegen ihrer humorvollen Handlung, sondern auch wegen ihrer überraschend berührenden Musik. Komponiert wurde das Werk von Gaetano Donizetti, einem der grossen Meister des Belcanto. Die Uraufführung fand 1832 in Mailand statt. Im Mittelpunkt steht der schüchterne Nemorino, der sich mit Hilfe eines angeblichen Liebestranks die Liebe der klugen Adina sichern möchte. Der «Zaubertrank» stammt allerdings vom gewieften Quacksalber Dulcamara und besteht in Wahrheit schlicht aus Rotwein. Dass am Ende trotzdem alles gut ausgeht, macht den Charme der Oper aus.
Berühmte Arie und zeitlose Figuren
Rund um das Werk ranken sich einige hübsche Anekdoten. So soll Donizetti die gesamte Oper in nur wenigen Wochen geschrieben haben – ein unglaubliches Tempo selbst für die produktive Opernwelt des 19. Jahrhunderts. Trotzdem wirkt die Musik nie hastig, sondern voller Leichtigkeit und Eleganz. Die berühmteste Stelle der Oper ist Nemorinos Arie «Una furtiva lagrima». Der Tenor singt darin von einer «verstohlenen Träne», die ihm verrät, dass Adina ihn vielleicht doch liebt. Die Arie gilt bis heute als Prüfstein für grosse Tenorstimmen – von Luciano Pavarotti bis Plácido Domingo haben sich fast alle berühmten Sänger daran versucht. Interessant ist auch, dass die Figur des Dulcamara bis heute erstaunlich modern wirkt: ein wortgewandter Verkäufer, der mit grossen Versprechen und geschicktem Marketing ein zweifelhaftes Produkt anpreist. Viele moderne Inszenierungen spielen deshalb bewusst mit aktuellen Bezügen – vom Wunderheilmittel bis zur Influencer-Werbung. Die Mischung aus Humor, Menschlichkeit und grosser Melodie macht die Oper bis heute zu einem Publikumsliebling für Opernkenner und auch für Einsteiger.
