In der Gruppenausstellung «Shifting Matters» stellen sich vier Künstler:innen der Frage, wie wir uns in der heutigen Welt gegenüber verschiedenen Materialien, Umgebungen – und auch einander – verhalten. Ihre Arbeiten laden dazu ein, Veränderung und Bewegung als fortlaufende Prozesse zu erfahren, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbinden.
Welt im Wandel – Vier künstlerische Positionen im Kunstraum Baden
- Publiziert am 13. März 2026
Shifting Matters
In ihrem künstlerischen Ansatz setzen Vanessa Billy (*1978), Maya Bringolf (*1969), Jannik Giger (*1985) und Zimoun (*1977) ganz unterschiedliche Schwerpunkte: Vanessa Billy untersucht die Beziehung zwischen Körper, Umwelt und Material. Recyceltes Glas, Metalle, Kunststoffe und organische Substanzen greifen ineinander. Ihre Werke machen Druck, Zeit und Erinnerung als Kräfte sichtbar, die Materie formen und Grenzen zwischen Lebendigem und Unbelebtem verschieben. Maya Bringolf arbeitet mit gefundenen und recycelten Materialien, die sie zu dichten Assemblagen verbindet. Ihre skulpturalen Formen wirken im Werden: brüchig und gespannt, zwischen organischer Auswucherung und architektonischem Fragment. Prozesse von Nutzung, Umnutzung und Verfall werden unmittelbar sichtbar. Jannik Giger erforscht Wandel durch Klang, Gestik und Bild. Seine Arbeiten basieren auf Regeln, Partituren und performativen Abläufen, die ausgeführt, unterbrochen und neu konfiguriert werden. Klang und Bild verhalten sich dabei wie instabile Systeme, in denen Bedeutung aus Wiederholungen, Fehlern und Abweichungen entsteht. Zimoun entwickelt klangliche Installationen aus einfachen, mechanischen Elementen. Durch Wiederholung und minimale Variationen entstehen Rhythmen, die sich über die Zeit verändern. Bewegung wird in akustische Resonanz übersetzt und setzt Raum und Wahrnehmung in ein kontinuierliches Gleiten. Im Zusammenspiel der Arbeiten entsteht ein vielschichtiges Gefüge aus Formen, Klängen und Wahrnehmungen. «Shifting Matters» entfaltet sich dabei als Parcours: Die Nähe, Überlagerung und Resonanz der Werke erzeugen Situationen, die sich mit jeder Bewegung und jedem Moment verändern. So bietet die Ausstellung keinen abschliessenden Blick auf Transformation. Sie schafft vielmehr einen Ort, an dem Instabilität, Erneuerung und das Potenzial stetiger Veränderung erfahrbar werden.
(Textgrundlage: Kunstraum Baden)

