Roy Lichtensteins leuchtende Farben, schwarzen Konturen und charakteristischen Rasterpunkte sind längst Teil unseres visuellen Gedächtnisses. Die Ausstellung SWEET DREAMS, BABY! im Kunstmuseum Basel zeichnet nun seine Entwicklung vom experimentierfreudigen Studenten zum Wegbereiter der Pop-Art nach. Ausgangspunkt ist eine bedeutende Schenkung der Roy Lichtenstein Foundation an das Kupferstichkabinett.
ROY LICHTENSTEIN – Pop-Art zwischen Comic und Präzision
Das Kunstmuseum Basel zeigt rund 50 Druckgrafiken – darunter zahlreiche Werke, die bisher noch nie öffentlich zu sehen waren.
Vom Alltagsbild zur Kunst
In den 1960er-Jahren übertrug Lichtenstein die Bildsprache von Comics, Werbung und Konsumwelt in die Kunst. Vergrösserte Ausschnitte, kräftige Primärfarben und sogenannte Ben-Day-Punkte wurden zu seinen Markenzeichen. Was die New Yorker Kunstwelt zunächst als banal ablehnte, machte ihn bald international bekannt. Nicht zuletzt die Druckgrafik trug dazu bei: Plakate und Einladungen konnten günstig und in grossen Auflagen verbreitet werden.
Technische Virtuosität
Die Ausstellung zeigt Lichtenstein nicht nur als Meister der populären Bildsprache, sondern auch als akribischen Druckgrafiker. Für PORTRAIT von 1989 kombinierte er in einem 18-s
tufigen Verfahren Lithografie, Holzschnitt, Siebdruck und eine eigens entwickelte Wachsdrucktechnik. So entstanden Oberflächen zwischen mattem Papier, glänzenden Partien und scheinbar fliessenden Pinselstrichen.
Im Verlauf von fünf Jahrzehnten schuf Lichtenstein mehr als 350 Druckgrafiken. Das Kunstmuseum Basel erhielt 33 Werke aus der Schenkung der Roy Lichtenstein Foundation und besitzt damit heute eine der bedeutendsten Lichtenstein-Sammlungen ausserhalb der USA. Ergänzt wird die Schau durch eigene Bestände, eine private Leihgabe sowie die Gemälde HOPELESS und MIRROR #2.
