Der diesjährige Thurgauer Kulturpreis geht an den Frauenfelder Filmemacher Beat Oswald. Der Regierungsrat würdigt damit sein eigenständiges dokumentarisches Schaffen und seinen langjährigen Einsatz für die Filmvermittlung und Filmkultur. Mit «Golden Age» und «Tamina – Wann war es immer so?» hat er zwei viel beachtete Dokumentarfilme realisiert. Die Auszeichnung ist mit 20'000 Franken dotiert.
Thurgauer Kulturpreis geht an Filmemacher Beat Oswald
Dokumentarisches Schaffen
Beat Oswald arbeitet seit 2010 als freischaffender Filmemacher. Als Produzent, Drehbuchautor und Regisseur verbindet er wissenschaftliche Reflexion mit filmischer Beobachtung. Mit «Golden Age» (2019), realisiert zusammen mit Samuel Weniger, porträtierte er den Alltag in einer luxuriösen Seniorenresidenz in Miami und thematisierte dabei auch Krankheit und Einsamkeit. Der Film wurde unter anderem am Visions du Réel in Nyon und an den Solothurner Filmtagen gezeigt und später von Netflix angekauft. «Tamina – Wann war es immer so?» (2024), entstanden gemeinsam mit Lena Hatebur und Samuel Weniger, widmet sich dem Lebensraum von Wölfen und Menschen sowie den damit verbundenen Sehnsüchten, Hoffnungen und Ängsten. Der Film lief ebenfalls am Visions du Réel und wurde an den Solothurner Filmtagen für den Preis «Visioni» nominiert. Zu Oswalds früheren Regiearbeiten zählen «Thanks to the Rawberry» (2011) und «Volksfest» (2014).
Engagement für die Filmkultur
Neben seiner filmischen Tätigkeit engagiert sich Oswald für Filmvermittlung und Filmkultur. Er ist Inhaber der Dokumentarfilm-Produktionsfirma Conobs GmbH und Mitinhaber der Film Lodge GmbH. Als Initiator der interaktiven Online-Lernplattform Ciné Cité, die in Zusammenarbeit mit dem Verein Feines Kino aus Romanshorn entwickelt wurde, schafft er einen spielerischen Zugang zur Film- und Kinogeschichte. Zudem ist er Vorstandspräsident des Vereins Frauenfelder FilmfreundInnen, der das Cinema Luna in Frauenfeld betreibt.
Werdegang und Auszeichnung
Beat Oswald wurde 1982 in Frauenfeld geboren und wuchs in Aadorf auf. Nach dem Lehrerseminar in Kreuzlingen und dem Erwerb des Primarlehrdiploms absolvierte er ein Austauschjahr in Florida und studierte anschliessend Ethnologie und Publizistik an der Universität Zürich. Heute lebt und arbeitet er in Frauenfeld. Der Thurgauer Kulturpreis wird seit 1986 vergeben und zeichnet ausserordentliche kulturelle Leistungen aus. Der mit 20'000 Franken dotierte Preis wird Oswald durch Denise Neuweiler, Chefin des Departementes für Erziehung und Kultur, überreicht. Die öffentliche Feier findet in der Aula der Pädagogischen Maturitätsschule in Kreuzlingen statt.
