Klanginstallationen von Pius Morger, digital geformte und in Edelstahl umgesetzte Skulpturen von Carlo Borer sowie präzise Kleinformate und Webkunst von Carla Hohmeister und Beate Frommelt sowie biomorphe Skulpturen von Micha Aregger, die sich organisch in das Landschaftsbild einfügen. Die Art Ufnau findet bereits zum siebten Mal statt und verbindet zeitgenössische Kunst mit dem historischen Ort, der seit über tausend Jahren zum Kloster Einsiedeln gehört. Die Kunst steht damit stets im Dialog mit der eindrücklichen Landschaft und reagiert auf einzigartige Weise auf die Stimmungen und das Spiel der Natur.
Art Ufnau 2026 – Skulpturen zwischen Natur, Klang und Raum
Fünf Kunstschaffende bespielen die Klosterinsel Ufnau und schaffen ein vielschichtiges Zusammenspiel von Kunst, Landschaft und Geschichte.
Die Kunstschaffenden
Carlo Borers (*1961, Solothurn) Skulpturen entstehen am Computer und werden aus Stahl oder Aluminium in den realen Raum übersetzt. Dabei treffen organisch wirkende, gewachsene Formen auf eine klare, fast technische Formensprache. Auf der Insel Ufnau entfalten diese Arbeiten im Kontext von «Zeitraum» eine besondere Wirkung. Durch die spiegelnden Oberflächen werden Licht, Schatten und Landschaft reflektiert und verändern sich je nach Position der Betrachtenden. Dieser faszinierende Dialog zwischen Borers Werken und der Natur lässt Raum und Zeit immer wieder neu erleben und lädt die Betrachter:innen ein, die Welt mit neuen Augen zu sehen.
Carla Hohmeister (*1973, Bad Ragaz) und Beate Frommelt (*1973, Fürstentum Liechtenstein) greifen in ihren Arbeiten Motive auf, die bereits im Barock eine zentrale Rolle spielten: Seifenblasen und Wolken als Symbole der Vergänglichkeit sowie des Göttlichen und Himmlischen. Die schillernde Oberfläche der zarten Seifenblase hält für einen kurzen Moment die Schönheit der Welt fest, bevor sie zerplatzt. Wolken hingegen schaffen eine Verbindung zwischen Himmel und Erde. Beide Motive verbinden das Sichtbare mit dem Flüchtigen. Vor dem Kloster Einsiedeln entstanden Aufnahmen aufsteigender Seifenblasen, in denen sich die Klosterfassade und Teile der imposanten Architektur schillernd spiegeln. Eine zweite Arbeit richtet den Blick in den Innenraum der Klosterkirche: Wolkenmotive öffnen den Raum in die Höhe und lassen die Grenze zwischen Architektur und Himmel verschwimmen. In der anschliessenden Umsetzung als Stickereien an der Aussenwand der Kirche St. Peter und Paul sowie im Innenraum der Kapelle St. Martin entsteht in beiden Arbeiten eine vielschichtige Verbindung zwischen Kloster Einsiedeln und Insel Ufnau. In der Serie «Gesichtspunkte» komponiert Carla Hohmeister Porträts aus zahlreichen gefärbten Holzquadern, deren natürliche Struktur sichtbar bleibt. Aus der Nähe erscheint ein rhythmisches Spiel aus Farbe, Form und Struktur, erst mit etwas Abstand fügt sich das Fragmentierte zu einem Gesicht. So entsteht ein spannendes Wechselspiel zwischen Abstraktion und Figuration. Das Bild verändert sich mit der Position der Betrachtenden und offenbart stets neue Gesichtspunkte.

Micha Aregger (*1976, Buttisholz) beschäftigt sich mit dem Prinzip des Wachstums und lässt sich von mathematischen Gesetzmässigkeiten in der Natur inspirieren. In seinen Arbeiten wird sichtbar, dass Wachstum nicht zufällig geschieht, sondern einer inneren Ordnung folgt. Formen wiederholen sich, verdichten sich und entwickeln sich weiter. Der Bezug zur Natur und die Verwendung künstlicher Werkstoffe erzeugen einen spannungsreichen Eindruck, der im Zusammenspiel mit der Landschaft der Insel noch verstärkt wird. Die Formen fügen sich so selbstverständlich in ihre Umgebung ein, als wären sie dort gewachsen und lassen zugleich erkennen, dass sie künstlich entstanden sind.

Pius Morger (*1957, Zürich) arbeitet mit Klang als räumlichem Material. Seine Installation «Insel der Sehnsucht» macht Hörbares körperlich erfahrbar und verwandelt den Raum in einen Resonanzkörper. Töne entstehen, breiten sich aus und verklingen wieder und verbinden Ort, Zeit und Erinnerung. Dabei entstehen nicht nur Klänge im Raum, sondern auch innere Bilder: Erinnerungen, Gefühle und Assoziationen, die jede und jeder für sich entdeckt. Sehen und Hören greifen ineinander und eröffnen eine erweiterte Wahrnehmung. So wird die «Insel der Sehnsucht» zu einem Ort, der weniger im Aussen liegt als im Erleben selbst.
(Pressetext)
