Unter dem Bild des «Seufzens der Berge» versammelt die von Annette Amberg und Gioia Dal Molin kuratierte Ausstellung 18 Künstler:innen aus der Schweiz und dem Ausland. Ausgangspunkt ist das Echo – jener Widerhall, der in den Bergen entsteht und seit jeher die Fantasie der Menschen beschäftigt. Die Ausstellung versteht das Echo als Metapher für kulturelle, gesellschaftliche und politische Nachwirkungen, die bis heute in Landschaften sichtbar und hörbar bleiben. Teil des Projektes ist auch ein Festival am 4. Juli 2026 auf dem Klausenpass.
Künstlerische Echos zwischen Uri und Glarus
- Publiziert am 24. Juni 2026
Das Haus für Kunst Uri und das Kunsthaus Glarus erkunden gemeinsam, wie Landschaften Erinnerungen, Geschichten und politische Spuren bewahren.
Beteiligte Künstler:innen
Noor Abed
Talar Aghbashian
Kateryna Aliinyk
Nathalie Bissig
Yann Stéphane Bisso
Binta Diaw
Andro Eradze
Sky Hopinka
Dominique Koch
Angelika Loderer
Zahra Malkani
Lou Masduraud
Leila Peacock
Noemi Pfister
Stas Shärifulla
Tiffany Sia
Rebecca Solari
Anouk Tschanz
Kuratiert von: Annette Amberg und Gioia Dal Molin
Landschaften als Speicher von Erinnerungen
Die Ausstellung vereint 18 Künstler:innen aus der Schweiz und dem Ausland, die mit Malerei, Film, Fotografie, Skulptur, Sound und Performance arbeiten. Ihre Werke führen von den Urner und Glarner Alpen über die Ukraine bis nach Pakistan und untersuchen, wie Landschaften von Migration, Konflikten, Mythen und historischen Ereignissen geprägt werden. Dabei wird die Landschaft nicht als idyllische Kulisse verstanden, sondern als Ort, an dem sich Geschichte einschreibt und weiterwirkt.
Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Spannende Bezüge entstehen durch die Gegenüberstellung zeitgenössischer Kunst mit historischen Landschaftsdarstellungen aus der Sammlung des Glarner Kunstvereins sowie Werken aus dem Archiv der Dätwyler Stiftung. Die Ausstellung zeigt, wie Künstler:innen seit jeher versuchen, Landschaften nicht nur abzubilden, sondern ihre verborgenen Geschichten sichtbar zu machen. So treffen unterschiedliche Zeiten, Perspektiven und Erinnerungen aufeinander.
Kunst auf dem Klausenpass
Am 4. Juli 2026 verlagert sich das Projekt auf den Klausenpass, der Uri und Glarus verbindet. Dort präsentieren Rebecca Solari und Stas Shärifulla eigens entwickelte Performances. Zudem gibt die palästinensische Künstlerin Noor Abed in einem Workshop Einblick in ihre Recherchen zu kollektiver Erinnerung und politischem Widerstand. Das Festival macht die Idee der Ausstellung unmittelbar erfahrbar und verwandelt den Pass selbst in einen Ort der Begegnung und des künstlerischen Austauschs.
Zwei neue Direktorinnen, ein gemeinsames Projekt
«The Sigh of the Mountain» ist zugleich ein Zeichen des Aufbruchs. Mit Annette Amberg im Kunsthaus Glarus und Gioia Dal Molin im Haus für Kunst Uri verantworten zwei Direktorinnen die Ausstellung, die ihre Tätigkeit an den beiden Institutionen erst letztes Jahr aufgenommen haben. Die Zusammenarbeit über den Klausenpass hinweg unterstreicht ihren Anspruch, regionale Verankerung mit internationalen Perspektiven zu verbinden. Dass sich die Ausstellung auf zwei Häuser und zwei Kantone erstreckt, macht die institutionelle Kooperation selbst zum Teil des Projekts.
