Mit CROSSROAD – HOME IN MOTION, einem Begriff, der ebenso viel Geborgenheit verspricht wie Konfliktpotenzial birgt, greift die aktuelle Gruppenausstellung ein vielschichtiges Thema auf. Diese versteht Heimat nicht als festen Besitz, sondern als Bewegung: als eine Kreuzung, an der unterschiedliche Erfahrungen, Erinnerungen und Lebensentwürfe aufeinandertreffen. Dabei geht es auch um die Frage, wer dazugehören darf und wer darüber entscheidet.
Heimat in Bewegung
- Publiziert am 29. Juli 2026
Was bedeutet Heimat, wenn Orte, Beziehungen und Gewissheiten sich verändern? Die Kunsthalle Luzern fragt nach.
Beteiligte Künstler:innen
Lea Achermann (*1964)
Hans U. Alder (*1945)
Alizé Rose-May (*1990)
Yamina Blal (*2001)
Chun Chen (*1986)
Mischa Christen (*1972)
Andreea Gwerder (*1998)
Vanessà Heer (*1989)
Sipho Mabona (*1980)
Andrii Nekraha (*2005)
Oz Oderbolz (*1988)
Alisa Pidverbna (*2005)
Tobias Ryser (*1992)
Celia & Nathalie Sidler (*1983)
Yvonne Christen Vagner (*1959)
Linda Voorwinde (*1986)
Zwischen Geborgenheit und Ausgrenzung
Heimat kann ein Ort sein, eine Sprache, eine Landschaft oder das Gefühl, irgendwo dazuzugehören. Doch Heimat ist nichts Unveränderliches. Sie entsteht in Beziehungen, verschiebt sich mit unseren Lebensgeschichten und kann verloren gehen. Die Gruppenausstellung CROSSROAD – HOME IN MOTION versammelt sechzehn künstlerische Positionen, die sich diesem vielschichtigen Thema aus persönlichen, politischen und gesellschaftlichen Perspektiven nähern. Viele Arbeiten verbinden persönliche Geschichten mit aktuellen politischen Realitäten. Andrii Nekrahas bespielsweise durchlöcherte Gemälde verweisen auf Verletzung und Zerstörung. Sipho Mabona untersucht anhand von Familienfotografien, wie rassifizierende Sprache und Zuschreibungen das Gefühl von Zugehörigkeit prägen. Celia und Nathalie Sidler setzen sich mit Landschaft, Pflanzen und der menschlichen Ordnung der Natur auseinander.
Kunst, die den Körper anspricht
CROSSROAD – HOME IN MOTION will nicht nur betrachtet, sondern auch körperlich erfahren werden. Besucher:innen können in einen roten Boxsack mit einem aufgenähten Kreuz aus Edelweissstoff schlagen oder sich einem überdimensionierten Hasenfellobjekt annähern. Auch ausserhalb der eigentlichen Ausstellungsräume warten Entdeckungen: Eine Arbeit von Oz Oderbolz befindet sich bewusst in der Herrentoilette des Bourbaki-Gebäudes. Die ungewöhnlichen Platzierungen und Materialien versprechen eine Ausstellung, die vertraute Vorstellungen von Heimat irritiert und neue Perspektiven eröffnet. Da der Begriff heute politisch umkämpft ist, ist die vielstimmige Auseinandersetzung in der Kunsthalle Luzern besonders spannend.
