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Helmhaus | Talk to the Hand

Von protestierenden Fäusten in den täglichen Nachrichten bis zu erhobenen Däumchen in den Social Media: Effizienter als über Gesten lassen sich menschliche Emotionen kaum ausdrücken.

Sprechende Fäuste, patentierte Gesten
Die Gruppenausstellung «Talk to the Hand» zeigt, wie Schweizer Künstlerinnen und Künstler wieder vermehrt in dieses umkämpfte Feld menschlicher Kommunikation eingreifen – kurz bevor es zum Normalfall wird, dass Technologiekonzerne Gesten patentieren lassen. «Talk to the Hand!» sagt der von Arnold Schwarzenegger gespielte Terminator in «Terminator 3», wenn er von einem Tankstellenangestellten aufgefordert wird, die mechanisch zusammengekramte Ware zu bezahlen. Der im Englischen geläufige Ausdruck bedeutet so viel wie «Erzähl das doch einem anderen!». Als Titel der neuen Gruppenausstellung im Helmhaus Zürich ist die Redewendung aber noch anderweitig produktiv: Sie stellt einen Kurzschluss zwischen sprachlicher Kommunikation – «Talk» – und der menschlichen Hand her. Bei aller Aggressivität des Ausdrucks wird darin doch die Hand als Instrument menschlicher Kommunikation – buchstäblich – angesprochen.

Hand und zeitgenössische Schweizer Kunst
Die Ausstellung im Helmhaus Zürich zeigt, dass dieser zentrale Körperteil auch in den Werken zeitgenössischer Schweizer Künstlerinnen und Künstler vermehrt verhandelt wird. Das ist nur konsequent in einer Zeit, in der uns die Gestik ständig vor Augen ist: Wenn wir Nachrichtenbilder anschauen, werden uns täglich die erzürnten Fäuste einer anderen Protestbewegung entgegengehalten, vom arabischen Frühling bis zum amerikanischen Occupy. Wenn wir danach kurz unsere diversen Social Media pflegen, geben wir unsere Zustimmung mit Icons mit erhobenen Däumchen. Und wenn wir das alles mit einem Gerät mit Touchscreen erledigen, gestikulieren wir mit unseren eigenen Händen erst noch so, wie es uns Technologiekonzerne vorschreiben.

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