In ihrer künstlerischen Praxis setzt sich Brigitte Lustenberger intensiv mit dem Medium der Fotografie auseinander – insbesondere mit dessen inhärenter Verbindung zu Themen wie Vergänglichkeit, Erinnerung und der Fragilität des Lebens. Im Kabinett des Museum Franz Gertsch zeigt sie auf analogen und digitalen fotografischen Verfahren basierende Arbeiten im Zusammenspiel mit Installationen. Ihre aktuellen Werkgruppen thematisieren die Vergänglichkeit und Verletzlichkeit von Mensch und Natur.
Brigitte Lustenbergers Blick auf das Vergängliche
- Publiziert am 5. Juni 2026
Die Fotografien der Schweizer Künstlerin bewegen sich im Spannungsfeld von Handwerk, Kunst und Wissenschaft.
Brigitte Lustenberger wurde 1969 in Zürich geboren. Sie studierte von 1989 bis 1996 an der Universität Zürich und verfasste ihr Lizentiat über die Fotografien von Robert Capa und Gerda Taro aus dem Spanischen Bürgerkrieg. 2007 schloss sie ihren Master of Fine Arts (MFA) in Photography and Related Media an der Parsons The New School of Design in New York ab. Lustenberger ist eine mehrfach ausgezeichnete Künstlerin, ihre Arbeiten wurden national und international in Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt. Die Künstlerin war Gastdozentin an der Universität Basel sowie an der Hochschule der Künste Bern. Lustenberger lebt und arbeitet in Bern.
Zeit, Körper und Vergänglichkeit
In der Ausstellung bringt Brigitte Lustenberger zwei Werkgruppen zusammen, die Vergänglichkeit und Verletzlichkeit thematisieren – «A Gaze of One's Own» und «An Apparition of Memory». In «A Gaze of One's Own» steht der weibliche Körper im Zentrum, dessen Darstellung und Sichtbarkeit sie aus einer persönlichen und zugleich kritisch reflektierenden Perspektive untersucht. Mit «An Apparition of Memory» entwickelte die Künstlerin ein experimentelles fotografisches Verfahren, bei dem verwelkte Blüten zu Trägern einer poetischen Bildsprache werden und sich in fragile Photogramme verwandeln. Beide Werkgruppen treten in einen vielschichtigen Dialog mit kunsthistorischen Bezügen über Wahrnehmung, Zeit und Erinnerung.
Der fotografische Blick
Lustenberger arbeitet mit eigenen fotografischen Prozessen, fragmentiert und dekonstruiert Bilder und setzt sie neu zusammen, um ihren eigenen Blick herauszufordern. Das Thema der Vergänglichkeit und des Alters fliesst auch in die Materialität ihrer Arbeiten ein. Die Künstlerin zeigt Bilder an der Wand aber auch Installationen im Raum. Oft verbindet sie analoge und digitale Fotografie. So treffen alte Techniken auf neue – zwei Zeitalter des fotografischen Bildes begegnen sich. In ihrem Zusammenspiel entsteht, was die Arbeit Lustenbergers im Innersten prägt: der suchende, fragende fotografische Blick. (Textgrundlage: Museum Franz Gertsch)
