Ausstellungen
Franz Gertsch | Bromelia (Guadeloupe), 2012 Eitempera auf ungrundierter Baumwolle Tempera on unprimed cotton | 250 x 370 cm | Besitz des Künstlers | Collection of the artist | © Franz Gertsch

Museum Franz Gertsch | Kaleidoskop

Das Museum Franz Gertsch feiert sein zwanzigjähriges Bestehen

Unter dem Motto «Kaleidoskop» zeigt es zum Jubiläum eine vielseitige und vielfarbige Ausstellung mit Gemälden und Holzschnitten von Franz Gertsch aus den letzten zwanzig Jahren bis hin zu neuen, hier erstmals gezeigten Arbeiten. Darunter sind aber auch prominente Leihgaben anderer Museen, die in Burgdorf bereits länger nicht mehr zu sehen waren.

Kaleidoskopische Kunst

Der Begriff Kaleidoskop wird im Zusammenhang der Ausstellung als Sinnbild für lebendige Farbigkeit, für eine vielseitige Abfolge von Motiven, Farben und Sinneseindrücken beim Betrachten der Werke von Franz Gertsch verstanden. Die Besucher:innen der Ausstellung erleben ein Kaleidoskop seiner Kunst. Der Künstler hat über die Jahrzehnte hinweg ein umfassendes Werk geschaffen, in dem bestimmte Motive in Variationen auftreten. Sei es das gleiche Motiv in den Techniken Malerei und Holzschnitt oder auch in der gleichen Technik in Farbvariationen. In der Ausstellung werden nun erstmals seit vielen Jahren wieder die drei Silvia-Gemälde zusammengeführt: Während sich «Silvia I» (1998) im Besitz des Museum Franz Gertsch befindet und eine zentrale Rolle in seiner Gründungsgeschichte spielt, gehört «Silvia II» (2000) zur Sammlung des Museum Kurhaus Kleve (D) und «Silvia III» (2003/04) zum Kunsthaus Zürich.

Gräser, Pestwurz, Waldwege und das Meer

In einem anderen Raum sind Holzschnitte der so genannten «Regenbogen-Reihe» der «Silvia» (2001/02) aus der Sammlung des Künstlers
ausgestellt. Auch die Werkgruppe «Guadeloupe» ist erstmals seit Jahren wieder in Gemälden und Holzschnitten im Museum präsent – seit 2014 befanden sich die Gemälde im Museum Folkwang, Essen (D) als Dauerleihgabe. Weit öffnet sich die Vielfalt der Motive, Gräser, Pestwurz, Waldweg und Jahreszeiten-Darstellungen in den Techniken Malerei und Holzschnitt – die Bandbreite reicht hier von Darstellungen in Lokalfarbigkeit bis zur Monochromie und den in echtes Ultramarinblau getauchten Landschaften der späten Jahre. Ein Raum ist dem Thema «Meer» gewidmet: Im Rückgriff auf fotografische Vorlagen, die in den 1970er Jahren in Saintes-Maries-de-la-Mer entstanden, schuf Franz Gertsch seit 2013 weitere Gemälde und Holzschnitte zum Thema. Der Holzschnitt «Meer» (2020/21) und das Gemälde «Meer II» (2021/22) sind hier erstmals ausgestellt. Die Ausstellung wurde kuratiert von Anna Wesle in Zusammenarbeit mit Franz Gertsch.

Text: Museum Franz Gertsch

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