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Kino | Des hommes et des dieux

Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt «Des hommes et des dieux» die Geschichte christlicher Mönche im algerischen Atlasgebirge, die trotz islamischer Fundamentalisten ausharren.

Synopsis: In der Nähe eines kleinen algerischen Dorfes im Atlasgebirge steht ein christliches Trappistenkloster. Die Mönche bebauen das Land und stehen den Dorfbewohnern mit Rat und Tat zur Seite, egal ob diese andersgläubig sind, also moslem. Eines Tages werden in der Nähe des Klosters Gastarbeiter von islamischen Rebellen getötet. Der Konflikt zwischen Regierungstruppen und Rebellen weitet sich aus, und die Klostergemeinschaft ist in grosser Gefahr. Die Mönche müssen sich entscheiden, ob sie der Gefahr weichen oder entgegen allen Warnungen ihrer Dorfgemeinde beistehen wollen. Nach eingehender Beratung und Meditation entscheiden sie, dem Übel die Stirn zu bieten. Stars: Lambert Wilson («Coeur» 2006) bietet als Klostervorsteher Christian eindrückliche Schauspielkunst. Vielleicht erinnert man sich an Michael Lonsdale aus «Der Name der Rose» (1986). Regie & Crew: Schauspieler, Dehbuchautor und Regisseur Xavier Beauvois («Eine fatale Entscheidung» 2005) führt in «Des hommes et des dieux» erfolgreich Regie: der Film gewann in Cannes 2010 den grossen Jurypreis.

art-tv-Wertung: In «Des hommes et des dieux» geht es um die erfüllte Existenz christlicher Mönche und was deren innere Pflicht von ihnen verlangt. Anders ausgedrückt: die Mönche sind sich einig, dass nicht persönliche Ziele sie in das kleine Dorf im algerischen Bergland führten, sondern dass sie in ihrem Glauben eine Lebensaufgabe zu erfüllen haben – den Dienst an den Mitmenschen. Der Film vermittelt stark diese Ruhe und sinngerichtete Tätigkeit der Mönche, die trotz eindeutiger Lebensgefahr den Dorfbewohnern die Treue halten. Die Dorfbewohner verlassen sich auf die Mönche, die oft ihre einzige Stütze in Krankheit und Zweifel sind. Der korrupten Regierung traut niemand. Die kriegerischen Zustände machen die selbstlose Arbeit der Bruderschaft umso wichtiger, da die Regierungstruppen und Rebellen Angst und Schrecken verbreiten. Xavier Beauvois erzählt mit eindringlich ruhigen Bildern diese Geschichte, in der es um echten Glauben, der weder Martyrtum noch Doktrin bedeutet, geht. Der Schauspieler Lambert Wilson spielt beeindruckend. Fazit: Eine bewegende Geschichte, die sich in irgendeiner Zeit zutragen könnte: Gottesgläubige Menschen werden vor die innere Wahl gestellt und vertreten den Frieden und die Liebe aller Gefahr zum Trotz.

Isabel Rohr

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