Wie bewahrt man eine jahrhundertealte Tradition, wenn die nächste Generation von einer anderen Zukunft träumt? Der australische Regisseur Kasimir Burgess erzählt in IRON WINTER vom Überlebenskampf zweier junger Pferdehirten in der Mongolei. Ein Abenteuer zwischen archaischer Schönheit und den Herausforderungen einer sich verändernden Welt – und eines der vielen filmischen Highlights des diesjährigen Films for Future Festivals.
IRON WINTER – Überleben in der eisigen Steppe
Zwei junge Männer, 2000 Pferde, Temperaturen bis minus 50 Grad und eine Lebensweise, deren Zukunft ungewiss ist.
FILMS FOR FUTURE 2026 – Kino, das etwas bewegen will
Vom 1. bis 30. November 2026 verwandelt das Films for Future Festival Zürich in einen Ort der Begegnung und Auseinandersetzung mit den drängenden Fragen unserer Zeit. Über 100 Filme widmen sich Themen wie Klimawandel, künstlicher Intelligenz, Demokratie, Artenvielfalt und gesellschaftlichem Wandel. Das Besondere: Nach den Filmvorführungen wird weiterdiskutiert. Filmschaffende, Wissenschaftler:innen und engagierte Persönlichkeiten stellen sich den Fragen des Publikums. Damit versteht sich das Festival nicht nur als Kinoereignis, sondern auch als Plattform für neue Perspektiven und konkrete Veränderungen.
Vom 1. bis 30. November 2026 an über 10 Spielorten in Zürich

Ein Winter, der alles entscheidet
Im abgelegenen Tsakhir-Tal soll eine alte Tradition wiederbelebt werden: Junge Hirten treiben Tausende Pferde durch die verschneite Steppe, um sie vor Hunger und Kälte zu bewahren. Der 18-jährige Batbold und sein 22-jähriger Freund Tsagana übernehmen eine Verantwortung, an der weit mehr hängt als das Überleben der Tiere. Vier Monate lang trotzen sie Schneestürmen, Wolfsangriffen und Temperaturen von bis zu minus 50 Grad. Die Kamera fängt dabei Bilder von überwältigender Schönheit ein, die an die grossen Abenteuerfilme des Kinos erinnern. Doch hinter der spektakulären Naturkulisse verbirgt sich eine harte Realität. Der Klimawandel verschärft die ohnehin extremen Bedingungen, während wirtschaftliche Veränderungen die traditionelle Lebensweise zunehmend infrage stellen.
Zwischen Tradition und Selbstbestimmung
Die eigentliche Spannung von IRON WINTER liegt nicht allein im Kampf gegen die Natur, sondern in einem Generationenkonflikt. Für die Älteren verkörpert das Nomadenleben Identität und kulturelle Kontinuität. Für die Jungen kann dieselbe Verpflichtung zur Belastung werden. Batbold muss entscheiden, ob er dem Vorbild seines Vaters folgen oder in der Stadt ein anderes Leben beginnen will. Wie viel Tradition darf eine Gesellschaft von ihrer Jugend verlangen? Und was geht verloren, wenn sich niemand mehr findet, der sie weiterträgt? Regisseur Kasimir Burgess verbindet diese Fragen mit einer Geschichte über Freundschaft, Mut und Selbstbestimmung. IRON WINTER feierte seine Weltpremiere 2025 am Dokumentarfilmfestival Visions du Réel in Nyon und ist nun am Films for Future Festival in Zürich zu entdecken.

