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Kunstmuseum Bern | Zarina Bhimji

Als sanfte Kritikerin ihrer Zeit setzt sich Bhimji in ihren Werken auf eine poetische Weise mit den Themen Migration, Globalisierung und postkoloniale Geschichte auseinander.

Poetische Spurensuche
Zarina Bhimjis Werk ist von ihren persönlichen Exilerfahrungen und ihrem vielfältigen kulturellen Hintergrund geprägt. Ihre poetischen Filme und Fotografien sind Spurensuchen. Die Künstlerin verwebt persönliche Erinnerungen und Ahnungen mit Fakten der postkolonialen Geschichte ihrer Herkunftsländer und konstruiert daraus bruchstückhafte Erzählungen. Damit formuliert sie eine subjektive Sicht auf die Gegenwart dreier Kontinente – Europa, Afrika, Asien – und auf die Vielschichtigkeit kultureller, ethnischer und politischer Bindungen. Bhimjis Verbundenheit mit Afrika, Indien und Europa führt dazu, dass sie in ihrer Kunst nicht Anklage erhebt oder politische Analyse bzw. Schuldzuweisung betreibt. Stattdessen sucht die Künstlerin in ihren Werken Orte und Landschaftsräume auf, die mit ihrer Geschichte zu tun haben, und erkundet deren Schönheit.

Emotionale Annäherung an die Wahrheit
Bhimji nähert sich der Geschichte und der Wahrheit über Poesie und Schönheit. Die Künstlerin begründet ihren betont poetischen Ansatz mit ihrer Skepsis gegenüber dem Dokumentarischen als Mittel zur Wahrheitsfindung. Wie Bhimji selbst sagt, strebt sie danach, «das Gefühlsmässige auszudrücken». Dieses erreicht den Betrachter über die visuelle Schönheit von Bhimjis Werken. Dennoch sind ihre menschenleeren Filme und Fotografien nicht beschönigend oder sentimental. Ihre filmischen Arbeiten ergänzt sie durch eine bisweilen unheimliche Klanglandschaft aus Mitschnitten von Nachrichtensendungen, Umgebungsgeräuschen und Musik. Ihre Werke zeigen auch gewaltsame Spuren der Geschichte: Granateneinschüsse in einem Innenraum, aufgereihte Gewehre in Uganda, bekritzelte Wände oder das abgekratzte Gesicht einer Statue von Königin Viktoria sind Hinweise auf tragische Ereignisse. Es sind stille, tiefgründige Dramen, die sich in Bhimjis Werken entfalten. Der distanzierte Blick Bhimjis, der sanft und beharrlich die verborgene Anmut sowie die Narben aufsucht, strebt gleichermassen nach Sachlichkeit und Anteilnahme.

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