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Museum Bellpark Kriens | Der Sockel des Bildes

Ein Raum im Raum, darin ein Bild. Oder ein Bild im Bild? Kann das eine ohne das andere existieren, und wie wird jedes im Zusammenhang mit dem anderen wahrgenommen? Die Ausstellung von Pietro Mattioli macht diese Fragen erfahrbar.

Der Sockel des Bildes
Pietro Mattioli (*1957) manipuliert mit seiner Ausstellung für das Museum im Bellpark den musealen Raum und hinterfragt die institutionellen Gegebenheiten. Er baut Wand und Bodenfragmente in die bestehenden Räume ein, die als Nischen zum Träger der Bilder – zum «Sockel der Bilder» eben – werden. In dieser räumlichen Konfiguration setzt er seine meist grossformatigen Fotografien, die als Bilder wiederum eine eigenständige Räumlichkeit eröffnen. Seine präzise Setzung basiert also auf einer Staffelung unterschiedlicher Raumschichten: Raum wird zum Bild, das Bild wird zum Raum. Die Sequenz von Aussenraum, Fenster, Wandfläche, Innenraum und Bildfläche schafft neue Aussichten und Einsichten, löst Raum in Flächen auf und bildet ihn neu.

Neue Werke aus dem Archiv
Mattiolis Intervention umfasst wenige ausgesuchte Fotografien aus dem Fundus seines Archivs, die er erstmals in seine künstlerische Arbeit überführt. Er kombiniert sie mit einer Auswahl seiner bekannten Fotoserien und gliedert sie somit rückblickend in den Werkzusammenhang ein. Diese Archivbilder, im Ursprung Kleinbilddiapositive, transformiert er in Grossformate. Der Formatsprung verändert Aussage und Bedeutung des Bildes. Die annähernd raumhohen Bildtafeln werden Objekte, möglicherweise Werke, die offensichtlich Raum beanspruchen – das Bild wird gross, der Raum wird klein wie eine Puppenstube. Die Vergrösserung integriert das Bild in die räumliche Installation und schafft mit den Leerstellen des Hintergrunds und der Raumkulisse eine Abfolge unterschiedlicher Bezugsysteme.

Gegenwart der Erinnerung
Das Kleinstrepertoire an destillierten Erinnerungsbildern lässt in der Zusammenschau eine eigene Welt entstehen, die sich immer auch gegenüber einer kollektiven Erfahrung öffnet. Die Bilder sind Fenster zur eigenen Empfindung und eröffnen Ausblicke in die Gegenwart der Erinnerung. Ihre Suggestionskraft vermittelt ein Gefühl von Intimität, das eine seltsame Entsprechung zur Stimmung des Hauses findet und an Formen des Repräsentativen in der ehemaligen bürgerlichen Villa Florida erinnert.

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