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Coalmine Winterthur | Catherine Leutenegger: Kodak City

Heruntergekommene Geschäfte, leergefegte Strassen, zerfallene Häuser – die Lausanner Fotografin Catherine Leutenegger zeigt die schwerwiegenden Folgen der digitalen Revolution in der einstigen Kodak-Metropole Rochester.

Siegeszug der Digitalfotografie
In Rochester, US-Staat New York, hatte George Eastman 1889 die ersten Fotofilme vermarktet und das Fotografieren mit dem Rollfilm später zum Massenvernüngen gemacht. Heute ist die Industriestadt vom Niedergang gezeichnet. Das ehemals prosperierende Weltunternehmen, das sich mit legendärem Foto- und Filmmaterial auf dem Weltmarkt profilieren konnte, hat den Anschluss an die Digitalfotografie verpasst. Kodak gerät Mitte der 1990er Jahre in eine unternehmerische Abwärtsspirale, die 2012 in der Insolvenz endet. Rochester war eine typische «Company Town», deren Wohlergehen vom Geschäftsgang von Kodak abhing. Catherine Leutenegger dokumentiert in ihrer Werkserie «Kodak City» eindrücklich die Spuren des Niedergangs von 2007 bis 2012. Entstanden ist eine nüchterne und gleichzeitig berührende Reportage über die einstige Ikone der Fotografie-Industrie.

Reflexion des eigenen Berufsalltags
Ihre stillen Bilder in «Kodak City» reflektieren einen einschneidenden Abschnitt amerikanischer Industriegeschichte und sind gleichzeitig melancholisches Zeugnis eines Medienwandels, den die Fotografin auch selber miterlebt hat: Catherine Leutenegger sieht sich als eine Vertreterin der letzten mit dem Fotofilm aufgewachsenen Generation. Seit mehreren Jahren untersucht die junge Fotografin aus Lausanne das Medium Fotografie und die Auswirkungen der digitalen Revolution: Für ihre Dokumentation von «Kodak City» hat sie Gespräche mit Anwohnern und Angestellten in Rochester geführt und die Überreste des Firmenimperiums mit einer analogen Mittelformatkamera festgehalten. Aber auch schon in früheren Arbeiten hat die Fotografin und Künstlerin ihren Berufsalltag erkundet, als sie in der Romandie für ihre Reportage «Hors-champ» («ausserhalb des Bilderrahmens») zahlreiche Fotostudios in einer detaillierten Bestandesaufnahme dokumentierte und ihre Berufskollegen über die Auswirkung der Digitalisierung in der Fotowelt befragte. Mit dieser Bildserie gewann sie 2007 den Manor-Preis im Kanton Waadt.

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