Wie beeinflussen geografische und kulturelle Herkunft das Schaffen von Künstler:innen? Welche visuellen und emotionalen Erinnerungen prägen ihr Werk? Was gehört zum kollektiven Gedächtnis, was zur subjektiven Anschauung? Was inspiriert? Wird das Werk in einem anderen kulturellen Kontext anders verstanden und wahrgenommen? Die Ausstellung «Auf Augen höhe» möchte – im kleinen Rahmen – diese Fragen aufwerfen und zur Diskussion anregen.
Auf Augenhöhe: Kunst im Dialog über Herkunft, Erinnerung und Identität
- Publiziert am 7. August 2026
Drei Künstler:innen mit Wurzeln in unterschiedlichen Kultur- und Bildwelten bringen ihre Werke miteinander ins Gespräch.
Serdar Mutlu (*1988) ist ein kurdischer Künstler, der in Istanbul Bildende Kunst studiert hat und derzeit im Masterstudiengang Curatorial Studies an der Zürcher Hochschule der Künste eingeschrieben ist. Aufgrund der politischen Situation in der Türkei emigrierte er 2017 in die Schweiz. In Flüchtlingslagern in Griechenland und in der Schweiz dokumentierte er die Geschichten von Geflüchteten als «Aufzeichnungen des sozialen Gedächtnisses». Er versteht den menschlichen Körper als Sinnes- und Kommunikationsorgan sowie als Speicher und Archiv, das dieses Material sammelt, bewahrt und zugänglich macht.
Fatma Shanan (*1986) ist in Julis, einem drusischen Dorf im Norden Israels, aufgewachsen und lebt zwischen Israel und der Schweiz. Shanan konzentriert sich auf figurative Malerei und Videokunst. Sie schafft theatralische und rätselhafte Szenen mit Menschen aus unterschiedlichen Bereichen ihres Lebens. Ihre Arbeit hinterfragt konventionelle Vorstellungen von Malerei, Geschlecht sowie nationaler und ethnischer Identität. Stattdessen entwirft sie fliessende Lesarten, die sich festen Zuordnungen entziehen und zwischen diesen Kategorien bewegen.
Hoseyn A. Zadeh (*1981) wurde in Teheran (Iran) geboren. Er ist ausgebildeter Grafiker, schloss seine Ausbildung in Teheran ab, nahm an zahlreichen Ausstellungen teil und leitete Workshops. In seiner künstlerischen Arbeit setzt er sich vor allem mit Typografie und Wortspielen auseinander. Sprache – insbesondere Lyrik – bildet einen zentralen Bezugspunkt seines Schaffens. Obwohl er fliessend Deutsch spricht, denkt und schreibt er in seiner Muttersprache. Seit 2012 lebt er in der Schweiz.
