Vom 3. bis 8. November 2026 wird Winterthur für sechs Tage zum internationalen Treffpunkt des kurzen Films. Kurzfilme können in wenigen Minuten ganze Welten öffnen, irritieren, berühren und gesellschaftliche Debatten auf den Punkt bringen. Damit beweisst das Festival auch in ihrem Jubiläumsjahr, wie vielfältig diese Kunstform sein kann. arttv.ch ist Medienpartner.
KURZFILMTAGE WINTERTHUR – For the Love of Cinema
- Publiziert am 22. September 2026
Eine Liebeserklärung ans Kino
Neben dem Schweizer und dem Internationalen Wettbewerb führen thematische Programme mitten hinein ins aktuelle weltweite Filmschaffen – zwischen Politik, Popkultur, Experiment und cineastischer Selbstreflexion. Ein besonderer Schwerpunkt gilt dieses Jahr dem Kino selbst. Unter dem Titel «For the Love of Cinema» widmet sich das Festival dem Metakino: Filmen also, die ihre eigene Entstehung, ihre Tricks, Apparate und Mechanismen sichtbar machen. Die Kamera richtet sich auf das, was wir normalerweise kaum wahrnehmen, weil wir längst mitten im Film stecken. Eine Liebeserklärung an das Kino – an seine Illusionen ebenso wie an die Lust am Machen, Mitfühlen und Mitdenken. Politischer wird es mit «Shifting Grounds – Framing Iran». Sechs Programme versammeln historische und zeitgenössische Arbeiten aus Iran und der Diaspora. Sie erzählen von Identität und Selbstbestimmung, von gesellschaftlichen Normen, Mythos und Wirklichkeit, von Öl und Macht – und von unterschiedlichen Formen des Widerstands. Der Blick richtet sich also auf ein Land, das momentan die internationale Schlagzeilen dominiert.
Von Widerstand bis Fremdschämen
Auch die Spezialprogramme schlagen Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart. «Wach sind nur die Geister» bringt antifaschistische und regimekritische Filme des 20. Jahrhunderts auf die Leinwand und eröffnet damit einen Blick auf aktuelle gesellschaftliche Fragen. Ganz anders «Embrace the Cringe»: Hier wird das kollektive Fremdschämen zum gemeinsamen Kinoerlebnis. Dazu kommen Familienprogramme, Installationen, Performances und weitere audiovisuelle Specials. Konzerte und Partys sorgen dafür, dass das Festival nicht an der Kinotür endet. Sechs Tage lang wird Winterthur zur Kurzfilmmetropole – mit Filmen, die manchmal nur wenige Minuten brauchen, um lange in unserem Kopf «herumzugeistern˙.