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Kino | Un conte de Noël

Sehr französischer, emotionaler, hochkarätig besetzter, aber doch etwas überlanger, tragikomischer Weihnachts-Ensemblefilm.

Synopsis: Weihnachten steht vor der Türe. Junon (Cathérine Deneuve) erfährt, dass sie an der gleichen, seltenen Krankheit wie ihr verstorbener erstgeborener Sohn leidet. In der Folge versammelt sie ihre Familie in ihrem Hause in der französischen Kleinstadt Roubaix.
Nach und nach trudeln sie ein: die Tochter Elizabeth (Anne Consigny), ihr pubertierender Spössling Paul (Emile Berling), der mit der Schwester Elizabeth arg zerstrittene Sohn Henri (Mathieu Amalric) sowie der Nachzügler Ivan (Melvil Poupaud). Alle erscheinen sie mitsamt ihren Lebensgefährten, Kindern und Freunden. Im Versuch, einen unbedingt benötigten Knochenmarkspender für Junon zu finden, sieht sich die Grossfamilie aber bald mit alten, unverheilten Wunden konfrontiert.

Kritik: Die ersten Filmminuten sind chaotisch. Genau wie die nachher geschilderten Familienverhältnisse. Wer nicht aufpasst, hat sicher Mühe, den restlichen Teil der etwas überlangen Geschichte umfassend zu verstehen. Manchmal irritierend sind auch gewisse Einfälle von Regisseur Desplechin, die nicht immer nachvollziehbar sind.
So oder so, «Un conte de Noël» ist eine sehr französische Tragikomödie. Mit leichter Hand inszeniert, emotional durchgehend realistisch und Interesse weckend. Viel trägt das hervorragende Schauspielerensemble dazu bei. Im speziellen das Trio Cathérine Deneuve, die «Grande Dame» des französischen Kinos, Anne Consigny («Le scaphandre et le papillon») und Mathieu Amalric, der zuletzt den Bösewicht im Bondabenteuer «Quantum Of Solace» mimte.
«Der Standard» schreibt da richtig und ganz in unserem Sinne: «Desplechin öffnet Fenster um Fenster seines schillernden Adventskalenders, bis daraus das Bild einer herrlich unordentlichen Familie entsteht».

Benny Furth

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