Vom 18. bis 20. Dezember 2026 wird Arosa zum Schauplatz eines ungewöhnlichen Experiments: Die international tätige Eventmarke elrow verlegt ihre Clubkultur aus Ibiza in die Bündner Bergwelt. Vier Bühnen, rund 70 Artist:innen und Tänzer:innen sowie internationale DJs sollen das klassische Après-Ski um eine gehörige Portion Theatralik erweitern. Hinter der Schweizer Premiere steht der Gastronom und Unternehmer René Schudel, der das Festival gemeinsam mit Arosa Tourismus organisiert.
SNOWROW AROSA – Ibiza erobert die Skipiste
Die Eventmarke elrow bringt ihre Mischung aus elektronischer Musik, Performance und überbordendem Bühnenspektakel erstmals in die Schweizer Alpen.
Clubkultur als Gesamtkunstwerk
Die spanische Marke elrow hat sich mit Veranstaltungen einen Namen gemacht, bei denen die Musik nur ein Teil des Geschehens ist. Riesige Kulissen, groteske Figuren, schrille Kostüme und Performances mitten im Publikum gehören zum Konzept. Die Grenze zwischen Bühne und Zuschauerraum wird dabei bewusst aufgehoben. Das Publikum ist nicht bloss zum Tanzen da, sondern wird selbst Teil der Inszenierung. Man könnte darin eine zeitgenössische Variante des Jahrmarkts erkennen, bei der elektronische Beats die Blasmusik ersetzt haben. Was auf Ibiza funktioniert, hat elrow inzwischen in 48 Länder exportiert. Mit Snowrow wurde das Konzept bereits in den Bergen Andorras umgesetzt.
16 Container voller Fantasie
Für die Schweizer Ausgabe reisen rund 70 Artist:innen und Tänzer:innen aus Spanien an. Dazu kommen 16 Überseecontainer mit Bühnenmaterial und Dekorationen. Eine bemerkenswerte Materialschlacht für ein dreitägiges Festival. Musikalisch bewegt sich Snowrow zwischen House und Techno. Auf dem Programm stehen unter anderem Joris Voorn, Ilario Alicante, Chelina Manuhutu, Anna Tur und De La Swing. Mit Andrea Oliva ist auch ein Schweizer DJ vertreten, der seit Jahren in der internationalen Clubszene präsent ist. Tagsüber wird bei der Hörnlihütte und der sit hütte aufgelegt. Abends verlagert sich das Geschehen am Freitag und Samstag in die Eishalle des Sport- und Kongresszentrums. Der Sonntag ist für einen ruhigeren Ausklang auf dem Berg vorgesehen.
Der Berg als Eventkulisse
Dass Wintersportorte längst mehr bieten wollen als Skipisten und Bergpanoramen, ist keine neue Entwicklung. Mit Snowrow geht Arosa allerdings einen Schritt weiter. Hier wird nicht einfach ein Musikfestival in die Berge verlegt, sondern eine bestehende internationale Eventmarke mitsamt ihrer aufwendigen Bildsprache importiert. Die schneebedeckte Alpenlandschaft wird zur Kulisse einer künstlichen Fantasiewelt. Das mag man als konsequente Weiterentwicklung der Après-Ski-Kultur betrachten oder als weiteres Beispiel dafür, wie touristische Destinationen zunehmend auf spektakuläre Inszenierungen setzen. Interessant ist jedenfalls die Verbindung von Clubkultur, Performancekunst und winterlichem Massentourismus. Ob daraus mehr entsteht als eine dreitägige Party, wird sich zeigen.