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Cla Biert – Peter Cadisch | Las fluors dal desert

Schwalben, Mord und Wüstenblumen. Drei Traumerzählungen von Cla Biert haben Peter Cadisch zu einer literarisch-musikalischen Komposition inspiriert.

Inspiration und Transformation
«Die Texte von Cla Biert waren mir auf zweierlei Weise Inspirationsquelle, durch ihren Ursprung als Traum und als dessen literarische Verarbeitung zu Erzählungen. Für mich sind es Sprach-Klangfarben-Kompositionen. In vollem Respekt der Klangabfolgen der Texte stellte ich sie für die Komposition in eine Ordnung aus zwei Zeitstrukturen, die erste aus rationalen Dauereinheiten (in traditioneller Notation) und die zweite aus irrationalen Dauereinheiten (in räumlicher Notation). Dies führte zu einer Befreiung des Klanges vom konkreten Wort. Mich interessiert der Vorgang der Klangwerdung eines Textes durch Sprach- und Gesangswerkzeuge und deren Verwandlung in Musik. Die abstrakten Klänge kehren aber immer wieder zurück zum konkreten Wort. Ich betrachte diesen Prozess als ein Spiel zwischen Abstraktion und Konkretisierung, zwischen Objekt und Subjekt.» (Peter Cadisch)

Cla Biert
Der in Scuol aufgewachsene Cla Biert (1920– 1981) unterrichtete als Sekundarlehrer in Ftan, Zuoz und Chur. Er sammelte und interpretierte romanische Volkslieder, trat als Schauspieler auf, verfasste Sketches und Kabarettstücke, er war Redaktor rätoromanischer Periodika und Mitarbeiter der romanischen Medien seiner Zeit. Seine erste Erzählung publizierte Biert 1948. Als wichtigstes Werk gilt der Roman «La müdada» (1962/2012), der wie viele seiner Erzählungen in verschiedene Sprachen übersetzt wurde. Wegen seiner innovativen Sprache und seiner zeitkritischen Themen gilt Biert als wichtiger Erzähler der Rätoromania. Befreit von Konventionen und Beschränkungen des Lehrerdaseins, befasste sich Biert im Spätwerk auch mit der Literarisierung von Erinnerungen und Träumen, die zum Teil unveröffentlicht blieben. Aus dem Nachlass publizierte die Familie 1993 den Band «Las fluors dal desert».

Peter Cadisch
Peter Cadisch (*1960) verbrachte seine Kindheit in Silvaplana und Soglio. Nach seinem Klarinettenstudium am Konservatorium für Musik in Bern studierte er Komposition in Paris, Bruxelles und Mailand. Er ist Preisträger des internationalen Kompositionswettbewerbes in Perugia und des Wettbewerbes für professionelles Kulturschaffen des Kantons Graubünden. Seine Werke wurden von namhaften Interpreten aufgeführt. Cadisch war 2005–2011 im Vorstand des Schweizerischen Tonkünstlervereines und ist als Vermittler und Organisator im Bereich der zeitgenössischen Musik tätig. Er lebt in Soglio und Rüschlikon als freischaffender Komponist.

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