Historisches Museum Luzern | Wer mich kennt, liebt mich. Emil Manser (1951–2004)

Er war ein Stadtoriginal: Emil Manser. In Luzern warb er für seine Kinderpartei, für mehr Toleranz untereinander und vor allem für sich selbst. Er war ein Strassenkünstler mit Worten und Gesten. Zwölf Jahre nach seinem Tod ruft ihn das Historische Museum Luzern in Erinnerung.

Adventskranz auf dem Kopf
In der Öffentlichkeit fiel Emil Manser ab Mitte der 1980er-Jahre mit eigenartigen Stellen- und Partnerschaftsinseraten im Luzerner Anzeiger auf. Danach war er bis zu seinem freiwilligen Tod – einem Sprung in die Reuss am 3. August 2004 – an diversen bevorzugten Plätzen mit selbst verfertigten, grossformatigen Plakaten anzutreffen. Über fünfzehn Jahre lang prägte er mit seiner Präsenz das Stadtbild Luzerns. Während er einigen Mitbürgern mit seiner direkten Art auf die Nerven ging, erfuhr er von anderen viel Sympathie. Ab Mitte der 1990er-Jahre inszenierte Emil Manser zunehmend sich selbst; er war sich der öffentlichen Wirkung seiner Auftritte bewusst und trat in verschiedenen Outfits in Erscheinung: geschminkt wie Charlie Chaplin, im Militärmantel und mit Adventskranz bekrönt, mit einem selbstbemalten Fliegenpilz-Beret, im Malerkittel, mit Puppen im Arm und für seine Kinderpartei werbend. Er entwickelte eine Leidenschaft in der künstlerischen Umsetzung seiner Textplakate, die er auch als Postkarten vertrieb.

Spiegel für die Öffentlichkeit
Mansers Plakate zeugen von einer grossen Originalität. Sie haben Sprachwitz, sind plakativ im eigentlichen Wortsinn, und die abgründigen Lebensweisheiten und Sprüche faszinieren auch Personen, die Emil Manser nie persönlich erlebt haben. Das Historische Museum Luzern hat aus dem Nachlass von Emil Manser rund 150 Plakate sowie weitere Objekte erhalten. Ein Teil davon wird nun erstmals im Museum der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ausstellung wirft einen neuen Blick auf den künstlerischen und gesellschaftskritischen Kontext von Mansers Sprache und Aktionen. Mit der Ausstellung über Emil Manser erinnert das Historische Museum an einen originellen und mutigen Zeitgenossen, der seinen Mitmenschen den Spiegel vorhielt.

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