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steirischer herbst | Festival der Avantgarde mit Tradition

Immer wieder in seiner Geschichte hat sich der «steirische herbst» neu erfunden. Das Leitmotiv 2013 lautete «Liaisons dangereuses». In der Herbstaustellung «Liquid Assets» ist auch die Schweizer Künstlerin Marianne Flotron präsent.

«steirische herbst» – Festival neuer Kunst
Von Jahr zu Jahr stellt sich der «steirische herbst» erneut die Frage nach den eigenen Bedingungen und Notwendigkeiten als eigenwillige Plattform neuer Kunst. Der «steirische herbst» ist als Festival in mancher Hinsicht etwas Besonderes: durch seine Vielstimmigkeit, durch die forcierte Kommunikation zwischen den verschiedenen künstlerischen Disziplinen, durch die Verschränkung von ästhetischen Positionen mit theoretischem Diskurs.

Leitmotiv 2013
Ging es vor einem Jahr um die Rolle der Kunst in gesellschaftsverändernden Momenten, so lautet das Leitmotiv 2013 «Liaisons dangereuses: Alliancen, Mesalliancen und falsche Freunde». Heuer beschäftigt sich der «steirische herbst» mit Fragen wie: Welche Koalitionen und Kompromisse werden geschlossen, um Visionen und Ziele durchzusetzen? Welche Abhängigkeitsverhältnisse tun sich da auf? Welche Mass- und Missverhältnisse bilden sich in Seilschaften, Zwangsehen aller Art ab? Was, wenn der Grat zwischen Koalition und Korruption immer schmäler wird? Und was sind letztlich die Konstellationen, in denen nun endlich vorwärtszukommen wäre? Wie immer sind es mehr Fragen als Antworten, welche die Veranstalter bewegen.

Das Festival der Avantgarde mit Tradition
Paradox (und etwas selbstironisch) kann man den «steirischen herbst» als Festival der Avantgarde mit Tradition bezeichnen: Seit vierzig Jahren ist der Kunstanlass eines der weltweit wenigen Festivals für zeitgenössische Künste, das seinem Wesen nach wahrhaft multidisziplinär ist. Lange bevor die Vernetzung der Künste als Forderung in aller Munde war, integrierte das Festival Kunst, Musik, Performance, Tanz, Theater, Literatur, Architektur, Neue Medien und Theorie ­– im Lauf der Jahre mit unterschiedlichen Schwerpunkten, immer aber selbstbewusst aus den jeweiligen Bedingungen des Genres heraus. Als Dialog, der die spezifischen Eigenheiten der Ästhetiken und Praxen zwar hinterfragt, nicht aber nivelliert.

«Liquid Assets»
Im Rückblick, heisst es, klären sich die Verhältnisse. Was im Moment von der Wucht der Ereignisse überdeckt werde, würde später sichtbar: Ursachen, Gründe, Zusammenhänge, Schuldige. Aber stimmt das auch? Sind wir heute, etwa fünf Jahre nach Ausbruch der grössten Finanz- und Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit, wirklich schlauer geworden? Es sind diese Mysterien, die Unsagbarkeiten und Unklarheiten, die Opazitäten und die dunklen Flecken eines Wirtschafts- und Finanzsystems, das sich nicht mehr selbst erklärt, mit denen sich die Arbeiten der international ausgerichteten Ausstellung «Liquid Assets – Nach der Transformation des Kapitals» beschäftigen. Um mit den Mitteln der Kunst die Geheimnisse und Logiken frei fliessender globaler Kapitalströme zu erforschen, um vielleicht ein wenig besser zu verstehen, wie Geld und Schuldenmoral zwischenmenschliche Beziehungen zu prägen und deformieren vermögen. In der Ausstellung «Liquid Assets» sind auch Arbeiten der Schweizer Künstlerin Marianne Flotron zu sehen.

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