Kunst
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Fotomuseum Winterthur | «Because the Night»

Die Nacht birgt viele Geheimnisse und schluckt was nicht gesehen werden kann. Das Fotomuseum Winterthur bringt nun diese Bilder ans Licht.

Die thematische Ausstellung «Because the Night» widmet sich dem verheissungsvollen Motiv der Nacht. Anhand fotografischer Werkkomplexe von Bieke Depoorter, Georg Gatsas, Thembinkosi Hlatshwayo, Bárbara Wagner und Benjamin de Burca sowie Tobias Zielony wird das Geschehen jener besonderen Stunden in unterschiedlichen (sozio-)kulturellen und topografischen Settings gezeigt.

Das Nachtleben als Zufluchtsort
Die vielen Facetten des Nachtlebens, die visuellen Sprachen verschiedener Musikszenen und die Ausdrucksweisen einzelner Subkulturen spielen eine zentrale Rolle in den gezeigten Arbeiten, ebenso wie die dunkle Tonalität und die spezifische Beleuchtung, die die geheimnisumwobene Atmosphäre der Nacht widerspiegeln. Ausgehen, sich in die tanzende Menge stürzen, einige Stunden dem Alltag entfliehen und sich seinen Sehnsüchten hingeben: Für viele sind Clubs und Bars Orte der Freiheit, des Eskapismus und der Unterhaltung. Der Thrill ihres Besuchs beruht jedoch auch darauf, dass dort eigene Regeln gelten, die sich oft in Grenzüberschreitungen und exzessivem, manchmal gar gewalttätigem Verhalten äussern. Gleichzeitig sind sie genauso Zufluchtsorte und geschützte Räume, innerhalb derer (geheime) Identitäten verhandelt oder ausgelebt werden, wo sich Subkulturen und Gemeinschaften abseits des Mainstreams und normierter gesellschaftlicher Wertvorstellungen frei entfalten können.

Sozial, politisch, persönlich und radikal
Die Ausstellung «Because the Night» präsentiert Arbeiten von Bárbara Wagner und Benjamin de Burca, Tobias Zielony und Georg Gatsas, die die mit dem Nachtleben verbundenen komplexen Beziehungsgeflechte sowie deren soziale Wertsysteme und politische Verortung betrachten. Diese treten in einen Dialog mit den radikal persönlichen Perspektiven von Bieke Depoorter und Thembinkosi Hlatshwayo, die einen intimen Einblick in die nächtlichen Aushandlungsprozesse des Selbst mit seiner Umwelt geben. Die präsentierten, internationalen Positionen sind Spiegel einer jüngeren Künstler*innen-Generation, die sich inmitten gegenwärtiger Umbrüche und komplexer, durch politische Prozesse aufgeladener Zustände bewegt und diese vorbehaltslos dokumentiert.

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