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Kino | Das Herz von Jenin

Leon Geller und Marcus Vetter dokumentieren ein ergreifendes Beispiel menschlicher Grösse aus nächster Nähe.

Synopsis: Bei einem Einsatz im Flüchtlingslager von Jenin erschoss das israelische Militär 2005 den 12-jährigen Ahmed Khatib, der mit einem Plastikgewehr spielte. Im Krankenhaus konnten die Ärzte nur noch den Hirntod feststellen. Ahmeds Eltern waren damit einverstanden, die Organe ihres Sohnes zu spenden und damit israelischen Kindern das Leben zu retten. Zwei Jahre später reisten Achmeds Vater Ismael und sein Onkel Mustafa durch ganz Israel, um diese Kinder und deren Familien zu besuchen. «Das Herz von Jenin» dokumentiert diese wahre Geschichte. Stars: Die Helden dieses Films sind Ismael Khatib und seine Frau, denen der Schmerz über den Verlust ihres Sohnes ins Gesicht geschrieben steht. Regie & Crew: Der israelische Jungregisseur Leon Geller wuchs in New Jersey auf und studierte an der Filmhochschule von Tel Aviv. Als er von Ismael Khatibs Geschichte hörte, begann er spontan zu filmen. Marcus Vetter ist beim SDR und SWR als Redakteur und Dokumentarfilmer tätig und stiess 2007 zu dem Projekt, bei dem er zusammen mit Saskia Metten für den Schnitt verantwortlich zeichnete.

art-tv-Wertung:*
Die Kamera ist in «Das Herz von Jenin» immer mittendrin und ganz nah dran am Geschehen. Dass Bild- und Tonqualität dabei manchmal etwas leiden, stärkt die gefühlte Authentizität des Films. «Das Herz von Jenin» fasziniert als Portrait der menschlichen Grösse von Ismael Khatib und seiner Frau, die trotz ihres harten Verlustes zu einer Geste der Versöhnung gegenüber Israel bereit waren. Die Israelis hingegen kommen nicht immer gut weg. Die Soldaten am Grenzübergang sind überfordert und die konservative jüdische Familie Levinson, deren Tochter Menuha eine Niere von Ahmed erhielt, verdanken die Geste mit Intoleranz. Auch wenn der Film aus einer bestimmten Perspektive eine ganz persönliche Geschichte erzählt, wird deutlich, dass das Leben und Schicksal aller Palästinenser und Israelis nach wie vor durch den verheerenden politischen Konflikt bestimmt wird. *Fazit: «Das Herz von Jenin» konzentriert sich nicht auf die politischen Konflikte im Nahen Osten, sondern auf eine daraus resultierende menschliche Tragödie, die in einer grossen Geste des Friedens mündet.

Philipp Eberhard

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