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Guru

Die erschütternde Geschichte eines Sex-Gurus, der tausende in die Paranoia trieb.

«Guru – Bhagwan, His Secretary & His Bodyguard», so der vollständige Filmtitel, ist ein höchst interessantes Zeitdokument, das vielschichtig mit Archivmaterial die Erfahrungen Gurus Sekretärin und dessen Bodygard beleuchtet. Sheela und Hugh verurteilen ihren alten Meister und doch klingt da immer noch so etwas wie Bewundern mit.

Guru | Die Synopsis:
In den 70er Jahren inspirierte er mit seiner Tantra-Meditation die sexuelle Revolution im Westen: Bhagwan Shree Rajneesh. Die junge Sheela Birnstiel kam damals durch ihren indischen Vater mit Bhagwan in Kontakt und wurde Anfang der 80er Jahre zu seiner Sekretärin anstelle ihrer Vorgängerin Laxmi. Der Schotte Hugh Milne suchte in seiner Ausbildung zum Osteopathen nach Antworten und reiste bald nach Indien, zu Bhagwan. Im Ashram in Poona wurde er zu Bhagwans persönlichem Leibwächter. Als die Organisation um Bhagwan in die USA expandierte, gerieten die Dinge zusehends ausser Kontrolle. Hugh und später auch Sheela verliessen Bhagwan und seine Sannyasins und fanden ihre individuellen Wege. Die grosse Frage: Wann begann es schief zu laufen? Regie & Crew: Die Dokumentarfilmerin Sabine Gisiger («Do it» 200) und der Autor und Regisseur Beat Häner («China Jetzt», Sternstunde der Kunst 2005) werfen einen menschlichen Blick hinter die Fassade der um den Guru Bhagwan Shree Rajneesh entstandene Sannyasin-Bewegung.

Guru | Die Rezension:

von Isabel Rohr

Ein weiser Mann inspiriert Tausende, ja Millionen: Bhagwan will aus dem östlichen spirituellen und dem westlichen materiellen Menschen einen ganzheitlichen neuen Menschen kreieren. «Vom Sex zum höheren Bewusstsein» – so heisst das Credo, und für viele junge Männer und Frauen ist diese neue Freiheit im Ashram das Paradies auf Erden. Doch warum beginnt sich der Guru plötzlich Bhagwan (der Göttliche) zu nennen, teure Autos zu sammeln und Lachgas zu inhalieren? Diese Fragen stellten sich die treuen Anhänger und Arbeiter Sheela und Hugh. In diesem dokumentarischen Film werden Interviewsequenzen der beiden mit aussagekräftigem Archivmaterial aus den 70ern und 80ern kombiniert, um die Geschichte der Bewegung von innen her zu beleuchten. Die beiden Zeugen Sheela und Hugh sind keineswegs objektiv, denn sie haben den Guru zutiefst verehrt, aber sie haben in diesen Jahren der Anhängerschaft viel erlebt. Irgendwie scheinen sie Bhagwan zwar zu verurteilen; dennoch integrieren sie etwas von ihm in ihr heutiges Leben: seine Sonnenseiten. Fazit: Sabine Gisigers und Beat Häners Dokumentarfilm über den Sex-Guru Bhagwan Shree Rajneesh zeigt, wie die Euphorie des Ausbruches und der neu gewonnenen Freiheit vieler Anhänger durch ihre Selbstaufgabe in Abhängigkeit und Paranoia mündet.

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