Im jungen Alter wurde Davidson, nachdem sein Umfeld ihn lange für «verrückt» gehalten hatte, mit dem Tourette-Syndrom diagnostiziert – einer Erkrankung, die bislang weitgehend unbekannt war. Bis heute setzt er sich für das Verständnis und die Akzeptanz von Tourettebetroffenen ein. Regisseur Kirk Jones realisiert eine biografische Drama-Geschichte über ein Leben, das von unkontrollierbaren Tics geprägt ist, aber nicht von ihnen definiert wird.
I SWEAR – Ein Leben mit Tourette zwischen Stigma und Selbstermächtigung
Wenn Worte nicht gehorchen
John Davidson wächst in Schottland auf – in einer Zeit, in der sein Tourette-Syndrom kaum verstanden wird. Was für Aussenstehende zunächst als „provokant“ oder „absichtlich“ wirkt, ist in Wahrheit ein täglicher Kampf um Würde, Zugehörigkeit und Selbstbehauptung. I SWEAR erzählt diese Geschichte ohne Voyeurismus: nah an der Figur, klar in der Haltung und mit dem Mut, auch das Absurde zuzulassen, das diese Krankheit im Alltag mit sich bringen kann.
Ein Biopic, das nicht nach Schema F funktioniert
Kirk Jones setzt nicht auf das grosse Pathos, sondern auf Menschlichkeit: auf Momente, in denen Schmerz, Komik und Zärtlichkeit nebeneinander existieren dürfen. Der Film folgt Davidson über mehrere Lebensphasen hinweg und macht spürbar, wie sehr gesellschaftliche Ignoranz verletzen kann – aber auch, wie viel Kraft aus Aufklärung und Selbstermächtigung entsteht. I SWEAR punktet zudem mit einer starken Besetzung. In der Hauptrolle ist Robert Aramayo zu sehen; an seiner Seite spielen u. a. Maxine Peake, Shirley Henderson und Peter Mullan.