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Der Eröffnungsfilm «Daughters of Abdul-Rahman» von Zaid Abu Hamdan bringt vier sehr unterschiedliche Schwestern wieder zusammen.

Einblicke in das vielfältige Filmschaffen arabischer Länder

Das Arab Film Festival Zurich gibt mit seinem Programm Denkanstösse und zeigt auch, wie innovative Projekte das Filmschaffen verändern

Zu sehen sind 43 lange und kurze Werke aus arabischen Ländern, im Fokus stehen insbesondere Jordanien und Libanon. Zudem werden nach den Pandemiejahren wieder zahlreiche Filmschaffende in Zürich erwartet. Zum zweiten Mal stehen auch 14 neuen Langfilme in einem Wettbewerb. Mit Spannung erwartet wird die Präsentation von Milo Raus Projekt «A Film School in Mosul».

2012 hat der private, konfessionell und politisch neutrale Verein International Arab Film Festival Zurich (IAFFZ) gemeinsam mit dem Filmpodium der Stadt Zürich das Arab Film Festival Zurich gegründet, das seither alle zwei Jahre stattgefunden hat. Ziel des Festivals war es von Anbeginn, zum einen die Vielfalt des Filmschaffens arabischer Länder zu zeigen und zum andern eine Plattform für den kulturellen Austausch zu bieten, die einem Schweizer Publikum die Möglichkeit gibt, jenseits der Berichterstattung in den Medien und aus erster Hand zu erfahren, wie das Leben im arabischen Raum aussieht.

Podiumsgespräche

A Film School in Mosul
19. November 2022 | 14.00 Uhr

Filmschaffen in Jordanien
19. November 2022 | 18.15 Uhr

Filmschaffen im Libanon
25. November 2022 | 18.00 Uhr

Eine Plattform für engagiertes, arabisches Filmschaffen

Neben den Problemen des Alltags, klassischen Familiendramen und der Pandemie selbst thematisieren die Cineast:innen in ihren Dokumentar- und Spielfilmen auch den Kampf um Frauen- und LGBTQIA+-Rechte, die Migration nach Europa, die politische Radikalisierung von Randständigen und den Kampf gegen den IS; dabei wird die heutige Realität mit der Geschichte in Beziehung gesetzt und das Schicksal Palästinas im Zusammenhang mit dem arabischen Umfeld beleuchtet.

Der Eröffnungsfilm | Daughters of Abdul-Rahman

Zainab, eine alternde Jungfer und Näherin, sorgt für ihren Vater, der allmählich senil wird. Eines Tages ist er plötzlich weg, und um ihn aufzuspüren, ruft sie ihre entfremdeten drei Schwestern zusammen, was alte Konflikte aufflammen lässt. Die gemeinsame Suche nach dem Vater wird zur Feuerprobe für seine
Töchter. Tragikomisches Kollektivporträt von vier Frauen, die verschiedene Facetten der jordanischen Gesellschaft verkörpern.

Jordanien und Libanon

Jordanien hat schon lange Hollywood und anderen westlichen Filmländern als Drehort gedient, selbst aber lange kaum eine einheimische Filmproduktion aufgebaut. Seit 2003 haben sich die Verhältnisse geändert und der cineastische Nachwuchs erlangt weltweit Anerkennung. Libanon ist nach Ägypten das wichtigste arabische Filmland, was den Umfang der Produktion angeht: Seit 1929 wird dort gedreht, und trotz Bürgerkrieg und Wirtschaftskrisen bringt das Land immer wieder neue Talente und überzeugende Filme hervor.

A Film School in Mosul

Im Februar 2022 gründeten die UNESCO und das belgische Theater NTGent (Künstlerischer Leiter: Milo Rau) im Rahmen des EU-finanzierten Projekts «Revive the Spirit of Mosul» eine Filmschule in der Stadt Mosul. In Zusammenarbeit mit Mosuls Institute of Fine Arts wurden 20 Student:innen von einem irakisch-belgischen Team von Filmdozierenden ausgebildet. Das Programm zeigt sechs Kurzfilme von einer neuen Generation vielversprechender irakischer Talente.

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