Zum 53. Mal wird ein Werk aus dem internationalen Wettbewerb ausgezeichnet, das sich für Gerechtigkeit, Frieden und Respekt einsetzt. Der Preis ist mit 10'000 Franken dotiert. Den diesjährigen Vorsitz der international besetzten Jury übernimmt die Frankfurter Theologin Viera Pirker. Aus der Schweiz ist die Filmjournalistin Sarah Stutte Teil der Jury.
Die älteste unabhängige Filmjury des Locarno Filmfestival
- Publiziert am 1. Juli 2026
Die Ökumenische Jury blickt in Locarno auf eine lange Tradition zurück: Bereits 1973 wurde am internationalen Filmfestival erstmals eine gemeinsame Jury der christlichen Filmorganisationen SIGNIS und INTERFILM eingesetzt – ein Novum, das in Locarno seinen Anfang nahm. Seither vergeben beide Organisationen den Preis gemeinsam. Zum 50-Jahr-Jubiläum ehrte die Jury 2023 den international renommierten Regisseur István Szabó mit einem Ehrenpreis. Seit Kurzem verfügt die Ökumenische Jury zudem über einen eigenen Internetauftritt. Die Ökumenische Jury ist vom Festival eingeladen, arbeitet jedoch unabhängig und bewertet die Filme des Internationalen Wettbewerbs nach eigenen Kriterien.
Filme, die über das Kino hinauswirken
Die Ökumenische Jury zeichnet Werke aus, die das Publikum nicht nur ästhetisch überzeugen, sondern auch zum Nachdenken über gesellschaftliche und existenzielle Fragen anregen. Im Zentrum stehen Filme, die mit künstlerischer Kraft Werte wie Gerechtigkeit, Solidarität, Versöhnung und Respekt vermitteln und dabei eine spirituelle Dimension erkennen lassen. Vergeben wird der Preis am 15. August 2026 im Spazio Cinema in Locarno.
Internationale Jury unter neuer Präsidentin
Den Vorsitz übernimmt in diesem Jahr die deutsche Theologin Viera Pirker. Die Professorin für Religionspädagogik und Mediendidaktik an der Goethe-Universität Frankfurt beschäftigt sich in ihrer Forschung mit dem Zusammenspiel von Religion, Medien und Gesellschaft. Gemeinsam mit dem französischen Filmkritiker und Baptistenpastor Jean-Luc Gadreau, dem finnischen Theologen Juha Rajamäki sowie der Schweizer Filmjournalistin Sarah Stutte vereint die Jury filmkritische, journalistische und theologische Perspektiven.
Ein traditionsreicher Preis mit Zukunft
Nach mehr als 30 Jahren Engagement hat Charles Martig seine Tätigkeit für die Ökumenische Jury beendet. Neu übernehmen Baldassare Scolari für INTERFILM und Silvan Maximilian Hohl für SIGNIS die Delegation in Locarno. Die Ökumenische Jury wurde 1973 am Locarno Film Festival ins Leben gerufen und ist damit die älteste unabhängige Jury des Festivals. Seit mehr als fünf Jahrzehnten würdigt sie Filme, die gesellschaftliche Verantwortung mit filmischer Exzellenz verbinden – und setzt damit einen eigenständigen Akzent neben den offiziellen Festivalpreisen.