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CH Kino | Xenix Dezember

Den Dezember widmet das Xenix dem Meister schräger Geschichten: Tim Burton. Weiter zeigt Xenix ein Weihnachtsprogramm und Flme mit dem dänischen Schauspieler Mads Mikkelsen.

Programmvorschau Dezember 2010

Die schaurig-schönen Filme des Tim Burton
Die letztjährige Tim-Burton-Schau im New Yorker Museum of Modern Art war die grösste Einzelausstellung in der Geschichte des MoMA, die je einem Filmemacher gewidmet wurde, und machte vor allem eines klar: Burton, Jahrgang 1958, ist nicht nur ein begnadeter Regisseur, sondern ein ebenso brillanter Illustrator, Fotograf, Autor, Fantast und Allround-Künstler. Aber Filme haben es dem melancholischen Magier eben ganz besonders angetan – und zwar seit seiner Kindheit: So soll eine Filmliste von 1977 existieren, die nicht weniger als 54 Titel umfasst! Glücklich darf sich jedenfalls schätzen, wer je einen dieser ultrararen frühen Streifen zu Gesicht bekommen hat. Tim Burton ist zweifellos einer der grössten Bildermagier unserer Zeit. Seine visuelle Virtuosität kennt keine Grenzen und macht seine filmischen Werke zu immer wieder von neuem überraschenden Seherlebnissen. Doch anders als in Hollywood, wo der meistens unrasierte Genius mit dem wirren Haarschopf teilweise noch immer als Enfant terrible gilt, dem der Ruf des Exzentrikers und Teufelsaustreibers anhängt, geniesst Burton in Europa Kultstatus als unerreichter Meister des Fantastischen und Surrealen mit einer Vorliebe für dunkle Romantik,
schräge Vögel, Scheren – und Johnny Depp. In unserer vorweihnächtlichen Dezember-Retrospektive sind einige Kurzfilmperlen sowie sämtliche abendfüllenden Streifen von Tim Burton zu sehen – vom episodischen Erstling PEE-WEE’S BIG ADVENTURE über die brillante Gesellschaftssatire EDWARD SCISSORHANDS, die tragikomische Hommage an den titelgebenden B-Movie-Regisseur Ed Wood, den ebenso bösen wie genialen MARS ATTACKS! oder das wunderbar geschwätzige Schelmenstück BIG FISH bis zum traurig-beschwingten Puppendrama CORPSE BRIDE und der bislang letzten, einmal mehr bilderstarken Regiearbeit ALICE IN WONDERLAND. Wir zeigen aber auch einen Grossteil der Filme,
für die Tim Burton als Produzent verantwortlich zeichnet, insbesondere das atemberaubende Endzeit-Abenteuer «9», das als Schweizer Premiere zu sehen ist. Tim Burtons fantastische Kreationen soll man sich im Kino anschauen, für das die aufwendigen Leinwandspektakel schliesslich gemacht sind. Wir wünschen beste Unterhaltung im Xenix.

Weihnachtsprogramm am 24. Dezember
Mit seinen wunderbaren Tierfiguren wie dem Panther Baghira, dem gemütlichen Bären Balu, der Schlange Kaa, dem Affenkönig Louie, dem Elefanten-Oberst Colonel Hathi oder dem Tiger Shir Khan sowie den spannenden Abenteuern, die der Menschenjunge Mowgli mit diesen Urwaldbewohnern erlebt, ist der zeitlose Trickfilm- Klassiker DAS DSCHUNGELBUCH bestens für unser weihnächtliches Open Air auf dem Kanzleiareal geeignet. Der letzte Film, an dem Walt Disney noch persönlich mitgewirkt hat, ist eine ebenso beschwingte wie vergnügliche Fabel für die ganze Familie und wird Kindern ab 6 Jahren empfohlen. Ganz anders das Setting in unserem abendlichen Indoor-Weihnachtsfilm: Da wird die anrührende Geschichte eines charmant-grantigen Bäckers erzählt, der enttäuscht ist von seinen «missratenen» Kindern und kein gutes Haar an den eingewanderten ItalienerInnen lässt. Sein Weltbild gerät immer mehr ins Wanken, bis es am Weihnachtsabend schliesslich zur Versöhnung kommt. Mit Kurt Frühs Meisterwerk BÄCKEREI ZÜRRER wünschen wir fröhliche Weihnachten und ein gutes neues
Jahr.

Mad Dog Mikkelsen – From Denmark with Love
Was kann dieser Schauspieler eigentlich nicht? Für die Rolle des Igor Stravinsky lernte er neben Russisch auch Klavier spielen und ist als Komponist genauso überzeugend, wie er als Kampfmaschine im martialischen VALHALLA RISING (2009) Furcht einflössend ist. Was Mads Mikkelsen, einer der Protagonisten des dänischen Filmwunders, macht, das macht er gut. Das war schon in seinem zum Kultfilm avancierten Leinwanddebüt PUSHER (1996) der Fall, in dem er als Dealer Tonny seine zahlreichen Tattoos mit so verwegenem Stolz spazieren führt, wie wenn er direkt aus dem Tätowierstudio kommen würde. Mikkelsen kann anrührend (AFTER THE WEDDING, 2005/06), witzig (SHAKE IT ALL ABOUT, 2001), einfühlsam (OPEN HEARTS, 2002) oder zutiefst verstörend sein (wie in VALHALLA RISING), doch vielleicht am besten ist er als leicht bis hochgradig durchgeknallter Zeitgenosse in den Filmen von Anders Thomas Jensen. Dessen «Trilogie der schrägen Vögel» zählt zum Skurrilsten, was das dänische Kino zu bieten hat, und umfasst neben dem auch hierzulande erfolgreich gelaufenen ADAM’S APPLES (2005) den Ganoven-Aussteigerfilm FLICKERING LIGHTS (2000) sowie die makabre Metzger-Groteske THE GREEN BUTCHERS (2003), die wir beide als Schweizer Premiere zeigen. Erstmals zu sehen sind ausserdem das erwähnte Wikinger-Epos VALHALLA RISING von Nicolas Winding Refn, Anno Sauls Mystery-Streifen DIE TÜR (2009) und das eindrückliche Agenten-Drama FLAME AND CITRON (Ole Christian Madsen, 2008) über zwei dänische Widerstandskämpfer während des Zweiten Weltkriegs. Fünf hochkarätige Premieren,
die eine Vorliebe des von den «Woman»-Leserinnen zum sexiest Man in Dänemark gekürte Schauspielstars für Einäugige sowie für schiesswütige und schwitzende Charaktere nahelegen. Und ein Programmauftakt ins neue Jahr, der sich gewaschen hat.

Dokfilm
Über dreissig Jahre gab es in Buenos Aires die Tangobar «El Chino». Doch 2001 starb deren charismatischer Besitzer, und die SängerInnen wurden heimatlos. Einen Traum wollten sie sich aber noch erfüllen: ein letztes Konzert vor grossem Publikum. Regisseur German Kral begleitete die vergessenen MusikerInnen für seinen atmosphärischen Film DER LETZTE APPLAUSEIN LEBEN FÜR DEN TANGO über viele Jahre und brachte sie schliesslich mit der jungen Tangoformation Orquestra Imperial zusammen. Mit Cristina de Los Ángeles, Julio César Fernán, Inés Arce und einem einzigartigen Soundtrack.

Kinderkino
Im zeichnerisch wie erzählerisch herausragenden Animé PRINCESS MONONOKE, dem zweiten Film unserer
kleinen Reihe mit Meisterwerken von Hayao Miyazaki, thematisiert der engagierte Zeichentrick-Virtuose die Auseinandersetzung zwischen den Geistern des Waldes und den Menschen, die den Wald zerstören wollen. In diesen Konflikt gerät unfreiwillig der junge Ashitaka, der in der Folge zusammen mit der geheimnisvollen Wolfstochter San – alias Prinzessin Mononoke – für eine friedliche Koexistenz von Mensch und Natur kämpft.

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