Zwar gewann CALLE MÁLAGA von Maryam Touzani nicht den Goldenen Löwen, der traditionell den besten Film des Wettbewerbs auszeichnet — sondern den Publikumspreis — ein Signal, das für den späteren Kinoerfolg oft mehr sagt als jede Juryentscheidung. Während Jurypreise ästhetische oder politische Kriterien widerspiegeln, gilt ein Publikumspreis als direkter Gradmesser dafür, wie ein Film ausserhalb der Festivalblase funktioniert. Bei CALLE MÁLAGA wird das hoffenltich nicht anders sein.
CALLE MÁLAGA
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CALLE MÁLAGA | SYNOPSIS
Die 79-jährige Spanierin Maria Angeles lebt allein in Tanger im Norden Marokkos und geniesst den Alltag in ihrer Stadt. Ihr Leben wird auf den Kopf gestellt, als ihre Tochter Clara aus Madrid anreist, um die Wohnung zu verkaufen, in der Maria immer gelebt hat. Entschlossen, in der Stadt ihrer Kindheit zu bleiben, setzt Maria alles daran, ihr Zuhause und ihre Habseligkeiten zu retten – und findet dabei ganz unerwartet zu neuer Liebe und Sinnlichkeit.
Ein spätes Aufblühen
Im Zentrum von CALLE MÁLAGA steht María Ángeles, eine ältere Spanierin, die seit Jahrzehnten in Tanger lebt und deren vertraute Welt plötzlich ins Wanken gerät, als ihre Tochter die Wohnung verkaufen will. Was als existenzieller Verlust beginnt, entwickelt sich zu einer stillen Neuvermessung ihres Lebens — zwischen Erinnerungen an ein anderes Spanien, der gelebten Realität in Marokko und der überraschenden Möglichkeit, noch einmal Nähe und Sinnlichkeit zu erfahren. Maryam Touzani erzählt diese Geschichte ohne melodramatische Zuspitzung, dafür mit grosser Empathie für eine Generation, die im Kino selten im Zentrum steht. Der Film entfaltet seine Kraft aus leisen Momenten, aus Blicken, Gesten und dem Spannungsfeld zweier Kulturen — und trifft damit genau jene emotionale Wahrhaftigkeit, die ein Publikumspreis oft belohnt.


