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Tina Mantel | Frau Stähli geht vorbei

Wie alt fühlst Du Dich jetzt, gestern, morgen? Befragung von Alterungsprozessen mittels der künstlerischen Sprache des Tanzes.

Welchen Einfluss hat der Tanz auf's Alter, und wie verändert das Alter den Tanz . Mit ihrem aktuellen Stück setzen sich sieben Tänzerinnen zwischen 44 und 60 Jahren mit körperlichen und mentalen Alterungsprozessen auseinander.

Wie alt fühlst Du Dich jetzt, gestern, morgen?
«Frau Stähli geht vorbei» ist ein Stück für sieben Tänzerinnen zwischen 44 und 60 Jahren, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben. Zu einem Zeitpunkt, wenn explodierende Gesundheitskosten und Pflegekräftemangel Begriffe wie erfolgreiches Altern und Golden Agers hervorbringen, wollen sie neue Altersbilder anregen. Gerade der mit Jugend identifizierte Tanz ist besonders geeignet, für eine phantasievolle Auseinandersetzung mit körperlichen und mentalen Alterungsprozessen. Die sieben Performerinnen spielen mit der Konvention des chronologischen Alters und laden die Zuschauer ein, ihr Alter selbst zu wählen. Denn die Greisin wie auch das junge Mädchen sind in unseren Körpern präsent. Und zwischendurch taucht eine Figur auf, die wie aus der Zeit gefallen ist, Frau Stähli.

Herausforderungen des Alterns
Alle Menschen müssen den unterschiedlichen Herausforderungen des Alterns begegnen. Trotzdem werden die damit verbundenen Mühen und Peinlichkeiten, Ängste und Hoffnungen gerne versteckt, verdrängt oder lächerlich gemacht. Die sieben Tänzerinnen holen sie brutal und humorvoll auf die Bühne und konfrontieren sich selbst und das Publikum damit: Sie beschönigen ihre körperlichen Beeinträchtigungen nicht, sondern tanzen mit ihnen. Sie klagen die alltäglichen Ungeheuerlichkeiten des Älterwerdens an und gestehen sich ihre Ängste. Sie stellen sich dem Konkurrenzkampf und entsorgen ihre überflüssig gewordenen Körper. Sie verkörpern ihre Leidenschaft für den Tanz mit wildem Abtanzen oder filigranen Mikrobewegungen. Sie tanzen ihre Biographien und lassen sich wortwörtlich ins «Jetzt» fallen. Sie verletzen sich selbst und tragen sich gegenseitig.

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