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Theater St.Gallen | Revanche

Mann will seine Frau loswerden und schlägt deren Liebhaber einen Deal vor – in der Krimikomödie «Revanche» scheint zu Beginn alles nach Plan aufzugehen, doch dann gibt's ein böses Erwachen.

Aussereheliche Verhältnisse
Andrew Wyke (Marcus Schäfer) – ein erfolgreicher Kriminalautor – lädt, als seine Frau Marguerite für einige Tage verreist, deren Liebhaber Milo Tindle (Julian Sigl) für ein klärendes Gespräch zu sich ein. Wykes Frage, ob Tindle seine Frau heiraten wolle, wird von diesem rundheraus bejaht. Ein freimütiges Bekenntnis, welches für Wyke, der seinerseits schon lange ein aussereheliches Verhältnis pflegt, weniger ein Problem darstellt, als die Tatsache, dass Tindle über zu geringe finanzielle Rücklagen verfügt, um ihn dauerhaft von seiner an Luxus gewöhnten Frau zu befreien.

Win–Win–Strategie?
Doch Wyke hat für dieses Problem bereits eine Lösung parat: Tindle soll den Safe der Wykes leerräumen, das Diebesgut versetzen und mit der erzielten Summe Marguerite lebenslänglich glücklich machen, während der geprellte Ehemann seinerseits die Versicherungssumme abstaubt. Tindle willigt in diesen Plan ein und schlüpft in ein Kostüm, um den Einbruch echt wirken zu lassen. Doch nachdem er den Safe geknackt hat, schlägt Andrew Wykes Laune plötzlich um, und für Milo Tingle gibt es ein böses Erwachen. Andrew, eine Spielernatur wie sie im Buche steht, läuft zur Hochform auf, um Milo nach allen Regeln der Kriminalliteraturkunst eine Lektion auf Leben und Tod zu erteilen.

Anthony Shaffer
(1926-2001) wurde in Liverpool geboren, er ist der Zwillingsbruder des ebenfalls als Dramatiker tätigen Peter Shaffer. Neben Kurzgeschichten und Theaterstücken verfasste er zahlreiche Drehbücher, darunter jene zu «Frenzy», «Tod auf dem Nil», «Das Böse unter der Sonne» und «Sommersby». Für «Revanche» wurde Anthony Shaffer 1971 mit dem Tony Award ausgezeichnet. Bis heute begeistert das Stück mit seinen scharfzüngigen Dialogen, die sich zwischen intellektuellem Spiel und mörderischem Ernst bewegen. In St.Gallen wird die rasante Krimikomödie von der jungen Berliner Regisseurin Teresa Kolbe inszeniert.

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