Komponist Massimiliano Matesic und Tenor Tino Brütsch gestalten ein Programm zwischen Liedtradition und zeitgenössischer Bearbeitung, das Werke von Hermann Suter und neue Kompositionen von Matesic in einen musikalischen Dialog stellt. Im Zentrum steht die Uraufführung von Suters «Lied von Laufenburg» in einer Fassung für Tenor und Klaviertrio.
Wiederentdeckung des Werks von Hermann Suter
- Publiziert am
2026 jährt sich der Tod des Aargauer Komponisten Hermann Suter zum 100. Mal und wird mit Konzerten und einer CD gewürdigt.
Erfolgreiches Crowdfunding
Eine Neueinspielung von Werken Hermann Suters bildet den Ausgangspunkt eines Projekts, das sein musikalisches Erbe neu hörbar machen und stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken soll. Initiiert wird es vom Komponisten und Dirigenten Massimiliano Matesic und der Geigerin Daria Zappa. Das Musikerpaar lebt seit über 22 Jahren in Kaiserstuhl – in jener Gasse, in der auch Suter geboren wurde. Das 100-jährige Jubiläum seines Todestags nehmen sie zum Anlass, dieses besondere Vorhaben zu lancieren. Seit 2008 organisieren Matesic und Zappa zudem das Festival der Stille am Rhein, das der Pflege und Vermittlung klassischer Musik gewidmet ist. Im Rahmen der kommenden Festivalausgabe ist ein Konzert geplant, das sich Hermann Suters Werk widmet und zentrale Inhalte des CD-Projekts erstmals live präsentiert.
Der Schweizer Spätromantiker aus Kaiserstuhl
Hermann Suter (1870–1926) zählt neben Hans Huber und Friedrich Hegar zu den bedeutenden Schweizer Komponisten und Dirigenten seiner Zeit. Er wurde in Kaiserstuhl im Kanton Aargau geboren und wuchs in Laufenburg auf, wo er im Umfeld seines musikaffinen Elternhauses früh mit Musik in Berührung kam. Seine musikalische Ausbildung führte ihn über Studien in Basel, Stuttgart und Leipzig in die professionelle Musikwelt. Nach ersten beruflichen Stationen als Organist, Musiklehrer und Chorleiter in Zürich übernahm Suter ab 1902 eine prägende Rolle im Basler Musikleben. Dort wirkte er über viele Jahre als Dirigent bedeutender Chöre und Konzertinstitutionen und wurde später Direktor des Basler Konservatoriums. Als Dirigent setzte er sich auch für die zeitgenössische Musik seiner Zeit ein und prägte das Konzertleben in Basel nachhaltig. Sein kompositorisches Werk umfasst Sinfonik, Kammermusik und geistliche Musik. Internationale Bekanntheit erlangte insbesondere sein Oratorium «Le Laudi di San Francesco d’Assisi» (1923), das als sein Hauptwerk gilt und ihm zu Lebzeiten grosse Anerkennung einbrachte. Hermann Suter starb am 22. Juni 1926 in Basel.
Programm
Hermann Suter: Zwei Abendlieder für Gesang, Violine, Violoncello und Klavier Op. 8
Massimiliano Matesic: Vier Jugend Lieder für Tenor und Klavier
Vorfrühling (H. von Hofmannsthal)
Herbsttag (R. M. Rilke)
Regen in der Dämmerung (H. von Hofmannsthal)
Böse Zeit (H. Hesse)
Hermann Suter: Auswahl Lieder für Tenor und Klavier
Massimiliano Matesic: Triosatz (Uraufführung)
Hermann Suter: Lied von Laufenburg, Bearb. von M. Matesic für Tenor und Klaviertrio (Uraufführung)
Daria Zappa, Violine
Anna Tyka Nyffenegger, Cello
Tino Brütsch, Tenor
Massimiliano Matesic, Klavier