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Simon Berz | Portrait

Schlagzeuger ist nicht gleich Schlagzeuger. Simon Berz etwa bringt jeden Gegenstand zum Klingen und ist ständig auf der Suche nach neuen Klängen, er tüftelt, verwandelt sogar Steine in Instrumente. art-tv.ch hat einen Einblick in seine Klangwelt erhascht.

Autobiophonisches Klanglabor
Simon Berz, 1967 in Baden geboren, ist Schlagzeuger und Klangkünstler. Neben diversen Rock- und Punkbands entdeckte er schon früh improvisierte Musik für sich. Seit einigen Jahren beschäftigt er sich intensiv mit der Entwicklung eigener Instrumente und lotet die Möglichkeiten der Perkussion mit Elektronik aus. Ausgehend von seiner eigenen Biographie erschuf er in den letzten Jahren ein autobiophonisches Klanglabor. Das Ausgangsmaterial seiner Instrumente besteht oft aus alten, scheinbar nutzlos gewordenen Alltagsgegenständen. Zur Forschung nach neuen Klängen nutzt er analoge Elektronik und Feedbacks. Neben einem elektrifizierten Schlagzeug baute er beispielsweise ein Lithophon aus Steinen, die er elektronisch verstärkt und verfremdet.

BADABUM und SCHEPPERKID
Simon Berz ist auch Initiator der Künstlerplattform BADABUM. Auf der Basis von improvisierter Musik werden unter dem Label BADABUM Brücken geschlagen zu bildender Kunst, Performance, Tanz, Film, Komposition und künstlerischen Recherchen. BADBUM berücksichtigt besonders den sozialen Rahmen, in dem die künstlerischen Experimente stattfinden. Berz leitet eine eigene Musikschule in Zug. Mit seinen Schülern SCHEPPERKIDS sorgt er im öffentlichen Raum mit perkussiven Interventionen für Aufsehen.

Bands und Projekte in New Orleans
Als Schlagzeuger/Elektroniker tourte Simon Berz solo und mit diversen Mitmusikern durch Japan, China, die USA und Europa. Seit 2010 ist er regelmässiger Gast in der Zürcher Formation SUPERTERZ. Mit dem holländischen Elektroniker toktek hat er 2011 die Band FELL gegründet, mit der er Improvisation und Komposition zwischen Elektronik und Schlagzeug voll ausleben kann. Seit 2009 wirkt Simon Berz auch in New Orleans, wo das Projekt «Liquid Land» in Kooperation mit der Filmemacherin Michelle Ettlin entstand. Berz war Teil des Klangkunstprojektes 10×10=>11, baute Instrumente aus gefunden Objekten und improvisierte mit lokalen Musikern. Der Dokumentarfilm und die CD «Liquid Land» dokumentieren seine Zusammenarbeit mit einigen der interessantesten Musikern der experimentellen Musikszene von New Orleans. Im Oktober 2012 wurden Film und CD auf einer Tour durch die USA vorgestellt.

Musik zum Stummfilm Metropolis
Für Theater- und Filmproduktionen komponiert Simon Berz Soundscapes und Musik. Für den Verein IOIC komponierte Berz einen Soundtrack zum Stummfilm «Metropolis» von Fritz Lang. Ein Improvisationsorchester brachte die Komposition im Kino Uto Zürich zur Uraufführung, weitere Aufführungen mit Schweizer und chinesischen Künstlern folgten in Beijing und Shanghai.

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