Wie ausserordentlich unterschiedlich, neu und spannend Wahrnehmungswelten sein können, lässt uns die Kunst von Coco Schwarz erfahren. Als Pianist:in weit gereist und im Kollektiv «Fluoressenz» gemeinsam mit Émilia Giudicelli auch in der audiovisuellen und performativen Kunst tätig, zeigt das Porträt dieses Ausnahmetalents einmal mehr, dass Raster und Kategorisierungen in unserer heutigen Welt keine Gültigkeit mehr haben.
Fondation SUISA | Porträt | Coco Schwarz
- Publiziert am 6. Mai 2020
Sphärisch, experimentell und grenzenlos klingen die Welten, in die sich Coco Schwarz musikalisch begibt und damit Zuhörer:innen weltweit begeistert.
Pianist:in und Sound Artist
Sound Artist Coco Schwarz blickt auf eine identitätsreiche und genreübergreifende Karriere. Als Pianist:in weltweit getourt lebt Coco Schwarz in der Schweiz zwischen Zürich und Bannwil und verzichtet sowohl in der Kunst als auch im Privaten auf klassische Kategorisierungen. Das Experimentelle trifft bei dey auf weitläufige Resonanz. Als Mitbegründer:in des «Arte Animi Piano Duo» mit Yuka Munehisa sowie des vielstimmigen und experimentellen «ensemble proton bern» für zeitgenössische Musik tritt dey sowohl am modernen Flügel, Hammerflügel, Cembalo und Klavichord auf als auch an zahlreichen elektronischen Tasteninstrumenten.
Kunst der Komposition
Kompositionen für Performance, Installation und Film gehören ebenfalls zu deren Werk. So entstanden künstlerische Zusammenarbeiten mit renommierten Filmemacherinnen wie Jean-Luc Godard, Komponistinnen wie Beat Furrer, Hanspeter Kyburz oder Heinz Holliger sowie mit Ensembles und Musiker:innen wie dem Ensemble Contrechamps oder Christian Hilz. Gemeinsam mit der Artist Persona Alina Mann entsteht parallel zur Musikkarriere ein vielseitiges Œuvre an filmischen und installativen Arbeiten. Seit 2012 kreiert Coco Schwarz im Kollektiv «Fluoressenz» gemeinsam mit Émilia Giudicelli Performances und choreografische Interventionen für renommierte Häuser wie das Theater Chur, das Tanzhaus Zürich, die Dampfzentrale Bern, den Südpol Luzern und den Mousonturm Frankfurt. So entstand 2017 in Zusammenarbeit mit der bildenden Künstlerin Ayla Pierrot Arendt die achtstündige polyfone Inszenierung Routine – a documentation of real time an der Gessnerallee Zürich nach einem Rechercheaufenthalt in Japan. Coco Schwarz verbindet eine langjährige Beziehung mit Japan, wo dey fast jährlich konzertiert. Nach Studien bei den Pianistinnen Tomasz Herbut, Brigitte Meyer und Aleksandar Madžar an der Hochschule der Künste Bern, der Haute École de Musique de Lausanne und dem Königlichen Konservatorium in Brüssel debütierte dey als Solist:in mit der Südwestdeutschen Philharmonie sowie in der Carnegie Hall in New York (2013), der Suntory Hall in Tokio (2015), der Mariinsky Hall in St. Petersburg (2015) und der Opera City in Tokio (2016).
Preise und Meisterkurse
Coco Schwarz ist Gewinner:in zahlreicher internationaler Wettbewerbe sowie Stipendiat:in vieler Stiftungen und Preise. CD-Aufnahmen sind bei Musique Suisse, Harmonia Mundi und Kairos erschienen. Coco Schwarz gibt Meisterkurse und Workshops in Europa, Japan und Amerika.
Redaktioneller Hinweis: In einer früheren Version dieses Beitrags wurde Coco Schwarz unter deren früherem Namen Samuel Fried genannt. Auf Wunsch von Coco Schwarz wurde der Beitrag entsprechend der aktuellen Namensführung aktualisiert.