Mit ZÜRICH BAROCK startet das Opernhaus Zürich erstmals ein eigenes Festival für Alte Musik. Über zehn Tage hinweg vereinen sich Opernproduktionen, Konzerte und kammermusikalische Formate zu einem konzentrierten Panorama barocker Aufführungspraxis — und knüpfen zugleich an eine künstlerische Tradition an, die das Haus seit Jahrzehnten prägt.
Das Opernhaus Zürich lanciert mit ZÜRICH BAROCK ein neues Festival für Alte Musik
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Zürich wird zum Treffpunkt der internationalen Barockszene — mit Opernraritäten, Weltstars und historischer Klangkunst.
Barocktradition mit Zürcher Handschrift
Die Wurzeln des Festivals reichen tief in die Geschichte des Opernhauses zurück. Nikolaus Harnoncourt, einer der grossen Pioniere der Originalklangbewegung, formte hier entscheidend das Verständnis historischer Aufführungspraxis. Aus diesem Geist entstand das Orchestra La Scintilla, das bis heute international zu den führenden Ensembles der Alten Musik zählt. ZÜRICH BAROCK macht diese besondere Zürcher Kompetenz erstmals in verdichteter Form erlebbar und versammelt zugleich international führende Künstler:innen wie Cecilia Bartoli, Emmanuelle Haïm, Raphaël Pichon oder Philippe Jaroussky.
Opernraritäten und barocke Meisterwerke
Im Zentrum der ersten Festivalausgabe steht die Premiere von Jean-Marie Leclairs selten gespielter Oper Scylla et Glaucus, inszeniert von Claus Guth und musikalisch geleitet von Emmanuelle Haïm. Ergänzt wird das Programm durch Händels Opernklassiker Giulio Cesare in Egitto mit Cecilia Bartoli als Cleopatra sowie die konzertante Aufführung von Aci, Galatea e Polifemo, bei der Philippe Jaroussky sein Opernhausdebüt als Dirigent gibt. Ein besonderer Fokus gilt zudem dem Komponisten Jean-Marie Leclair, dessen Musik im Dialog mit Werken von Händel und Johann Sebastian Bach steht.
Bach als spiritueller Höhepunkt
Neben den Opernproduktionen bilden die Johannes-Passion und die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach zentrale Pfeiler des Konzertprogramms. Mit Orchestra La Scintilla, der Zürcher Sing-Akademie sowie Raphaël Pichons Ensemble Pygmalion begegnen sich dabei führende Interpret:innen der historischen Aufführungspraxis. ZÜRICH BAROCK versteht sich damit nicht als nostalgischer Rückblick, sondern als lebendiges Festival, das Alte Musik als gegenwärtige, unmittelbar erfahrbare Kunstform neu positioniert.