Seit Menschen reisen, gehören Souvenirs zur touristischen Kultur und prägen Vorstellungen über das Bild der Schweiz. Das neue «Fundbüro für Erinnerungen» im ALPS Alpines Museum der Schweiz geht der Frage nach, was Souvenirs über uns verraten. Die Ausstellung nimmt Andenken von Bergreisen als Ausgangspunkt, um individuelle Erfahrungen mit grösseren gesellschaftlichen Fragen zu verknüpfen.
Souvenirs, Souvenirs
- Publiziert am 17. Februar 2026
Mit der neuen Ausstellung wird das ALPS Alpines Museum der Schweiz zum Sammelort verlorener und wiederentdeckter Erinnerungen.
Zwischen Massenware, Kitsch und Marketing
Die Tourismussammlung des ALPS dokumentiert, wie Berge bereist, erlebt und konsumiert werden. «Souvenir» zeigt erstmals Ausschnitte aus dieser Sammlung: Bergstöcke, Gipfelsteine, Souvenir-Alben, Fotos – sogar ein Steinbockgehörn befindet sich darunter. Für die Ausstellung haben verschiedene Menschen ein persönliches Objekt beigesteuert – vom Skizzenbuch über die Schneekugel bis zum gestohlenen Bademantel – und erzählen ihre damit verbundenen Geschichten. Die Protagonist:innen sprechen über Souvenirs im Spannungsfeld zwischen Handwerk und Massenware, Kitsch und Tourismusmarketing. Dabei wird deutlich, dass Souvenirs weit mehr sind als nur Erinnerungsstücke. Sie sagen viel über unser Verhältnis zu Orten, Reisekultur und Konsumverhalten aus. Auch internationale Tourist:innen auf dem Jungfraujoch kommen zu Wort. Sie berichten, was sie an diesem Ort so beeindruckt – und weshalb sie bis zu einer Stunde anstehen, um ein Foto mit der Schweizer Flagge aufzunehmen.
Selbst aktiv werden
Die Tourismussammlung des ALPS dokumentiert Meilensteile im Tourismus. Historische Andenken sind in der ALPS-Sammlung reichlich vorhanden, jedoch fehlen zeitgenössische Souvenirs fast komplett. Mit dem partizipativen Sammlungsformat Fundbüro für Erinnerungen soll diese Sammlungslücke gefüllt und die Entwicklungen im Tourismus dokumentiert werden. Besucher:innen sind eingeladen, ihr Bergsouvenir mitzubringen und ihre Geschichte zu erzählen. Am Ende der Ausstellungsperiode entscheidet das Publikum, welche neuen Souvenirs permanent in die ALPS-Sammlung aufgenommen werden sollen.
(Textgrundlage: ALPS Alpines Museum der Schweiz)